D: Bewertung

Aus Wikpedia:  Kleine Balkenwaage (so genannte „Samenwaage“), Süddeutschland, 1. Drittel 19. Jahrhundert

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Die Waage ist ein gutes Symbol,  den Bewertungsvorgang von Informationen zu symbolisieren.

  • es müssen alle Argumente pro und contra gesammelt und verglichen werden, um zu bewerten, wie zuverlässig eine Information ist.

Es kann oft sehr schwierig sein zu bewerten, wie zuverlässig die Informationen sind.

  • Informationen können unvollständig sein oder sie sind falsch.
  • wir können Informationen falsch bewerten, weil wir Vorurteile haben oder einen Denkfehler machen

Deshalb werden hier Methoden diskutiert, wie sich die Zuverlässigkeit von Informationen bewerten lässt:

  • sehr gut abgesichert
  • glaubwüdig, da plausibel und nicht im Widerspruch zu ähnlichen Informationen
  • unsicher
  • falsch

Wir werden häufiger ein Thema oder ein Problem vorstellen und dazu einige Informationsquellen angeben. Jeder sollte sich dann mit Hilfe dieser Informtionsquellen eine eigene Meinung bilden.

 

2 Antworten zu D: Bewertung

  1. clausmartin2015 schreibt:

    05/05/15

    Der folgende Forschungsbericht über Hilfsmaßnahmen, die Bevölkerung in Haiti nach dem Erdbeben zu unterstüzen, ist ein typisches Beispiel, wie schwierig es ist, Informationen richtig zu bewerten:

    Haiti

    Report: Creative Problem Solving in Compex Systems
    publisher: Openox
    published: September 2013, New York
    ISBN: 978-0-9899787-0-5


    Wie das Beispiel der Katastrophenhilfe für Haiti zeigt, können sehr große Fehler gemacht werden, wenn die Struktur der Informationsnetzwerke nicht richtig analysiert wird.

    Das Gegenbeispiel zeigt, dass auch mit einer recht groben Analyse bereits die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden können, um erfolgreich, praktisch handeln zu können.

    Hier ist die Übersetzung einiger wichtiger Resultate aus diesem Report:

    A. Grundbedürfnisse bei der menschlichen Entwicklung
    Wenn wir die menschliche Entwicklung untersuchen, kann sie auf 3 grundlegende Bedürfnisse reduziert werden:
    1 Zugang zu Ressourcen
    2. Zugang zu Möglichkeiten
    3. internes Wissen über individuelle Hilfen

    B. Modellbildungen
    Wir haben bemerkt, dass zu stark auf messbare Erfolge vertraut wird, ohne dass ausreichend Zeit investiert wird, um einen soliden theoretischen Rahmen zu bilden, so dass diese Datenpunkte zu gültigen Schlussfolgerungen organisert werden.
    Ein starres Model, das nur auf quantitativen Ausgangsgrößen beruht, erzeugt Wissen, das die vorhandenen Strukturen der Beteiligung, der Regierung und des Wachstums bestätigt und am Ende nur die existierenden, dominanten Ideologien reproduziert.

    C. Kulturelle und Soziale Gesichtspunkte:
    Während der Verfahrensentwicklung für diesen Report, wird der Forscher nicht als wertneutral und objektiv angesehen, sondern er wird als aktiver Teilnehmer beim Aufbau des Wissens angesehen, an der Seite der Forschungssubjekte. Der Wert der Forschung beruht nicht auf der Reproduzierbarkeit, sonder mehr darauf, wieviel sie an substantiellem Wissen über ein Thema beiträgt. Wir achteten auch darauf, dass unser Team so zusammengesetzt war, dass es kulturübergreifende Spezialisten enthielt, mit Spezialwissen über die Kulturen in der Karibik.

    D. Unsere Untersuchungsmethode
    Unsere strategisch Analyse versucht die Sichtweise von denen zu erkunden, die am Rande der sozialen Systeme leben, einschließlich der sozial-ökonomischen Klassen, wie Frauen und Minderheiten.
    Damit wir unser Forschungs-Verfahren so strukturieren konnten, dass es an die unterschiedlichen kulturellen Realitäten angepasst ist und kritische Zerlegung ermöglichte, entwickelten wir eine Mehrfach-Methode, die auf die Anwendung ausgerichtet ist und bewerteten weniger stark die auf quantitativen Daten beruhenden Analysemethoden.

    E. Digital Democracy ( Dd) und Clinton Global Initiative ( CGI)
    Dd und CGI arbeiteten bei diesem Hilfsprojekt eng zusammen und zusätzlich eng zusammen mit:

    Haitian Geopolitics
    Grassroots Organizations ( Organisationen vor Ort)
    Gender Based Violence ( geschlechtsverursachte Gewalttaten )
    Information Communication Technoloigies
    International Development
    Disaster Relief
    Capacity Building

    F: Charakterisierung von Haiti
    In Haiti arbeiteten vor und nach dem Erdbeben ca. 10 000 verschiedene NGO Hilfsorganisationen und es wurden ca. 12 Milliarden Dollar investiert.

    In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Gewalt gegen Frauen als staatliche politische Waffe gebraucht.
    In der Diktatur wurden von 2004 bis 2006 in Port au Prince allein ca 35 000 Frauen und Mädchen vergewaltigt.

    Es ist extrem schwierig, diese Gewalt zu beseitigen, denn sie kann durch Familien und Gesellschaftsmitglieder toleriert werden, wie Polizei und Militär oder politische Institutionen, weil die sozialen Normen der Scham, Furcht und Schweigen es zulassen, dass sie ohne Kommentar weiterexistieren.

    Experten stimmen überein, dass viele der Probleme von dem zu stark privatisierten Sozialbereich, den Verbindungen zwischen Politik und Hilfsorganisationen und der internationalen Ansicht, dass Haiti ein gescheiterter Staat ist, herrühren.

    Aus vielen Interviews mit direkt Betroffenen, können folgende Schlüsse für die Hilfsmaßnahemen gezogen werden:

    Konzentration auf die Menschen

    • Katastrophenhilfe
    • Lernen der lokalen Sprachen und kulturellen Verhaltensweisen
    • Aubau von Beziehungen
    • Training
    • Entwicklung von technischen Hilfsmitteln
    • Finanzmittel finden
    • Fehlerkorrekturen
    • Geschlechtsbedingte Gewalt
    • Aubau von Kapazitäten

    Erfolgreiche Maßnahmen:
    * Hotline Digitaltelephone, um Gewaltopfern zu helfen ( verteilt über Haiti )
    * Training aller Mitarbeiter
    * Einbindung von Übersetzern, die die kreolische, die französische und die englische Sprache beherrschen

    G. Überlebende in Anwälte umformen. ( Hilfsorganisation KOFAVIV = Komiyon Fanm Viktim Pou Viktim ))

    Da GBV sich auf die Unterdrückung von Frauen und die Aufrechterhaltung der ungleichen Gewaltenverteilung fokussiert, ist ein Schlüsselmaß für sozialen Erfolg, ob mehr Frauen und Mädchen umfassend am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben in ihren Gesellschaften teilnehmen können und insgesamt in der Welt.

    Die Rechtssprechung in Haiti verbietet noch nicht die sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz und das Strafgesetz schützt noch nicht Frauen gegen Raub.

    KOFAVIV ist an vorderster Front, staatliche Reformen durchzusetzen, um die Frauen und Mächen in Haiti besser zu schützen.

    Durch das Trainingsprogramm von KOFAVIV gewinnen die überlebenden Frauen und Mädchen wieder Vertrauen und lernen die nötigen Fähigkeiten für Führungskräfte ( Trainingsprogramm: Wonn Refleksyon ).

    Wenn Frauen teilnehmen, lernen sie, dass das was sie sagen, Gewicht hat, was sie in ihren Gemeinschaften, in denen sie leben, meistens nicht erfahren.

    Fragen zu diesem Bericht:
    1. Stimmen die Fakten
    2.Ist die Begründung akzeptabel, dass auf die Auswertung der vorhandenen Fakten verzichtet wurde ?
    3. Darf ein Forscher sich nicht „wertneutral“ verhalten, wenn er seine Forschungen durchführt ?
    4. Wurde hier Forschung und Hilfsprogramm nicht unzulässig vermischt ? Diente das Forschungsprogramm also nur als Vorwand, um Gelder für das Hilfsprogramm zu erhalten, was wohl entschuldbar sein mag in Anbetracht der Not in Haiti. Aber dann sollte der Bericht nicht als Forschungsbericht deklariert werden.

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  2. clausmartin2015 schreibt:

    Einzelne Informationen zu bewerten ist oft nicht möglich. Erst im Zusammenhang mit anderen Informationen kann oft erst entschieden werden, wie zuverlässig eine einzelne Information sein mag.
    Die vielen „Verschwörungstheorien“, wie die Ermordung von Präsident Kennedy, die Landung auf dem Mond oder der Terrorakt gegen das World Trade Center in New York, zeigen, wie schwierig es ist, selbst zu entscheiden,welche Fakten zuverlässig sind, wenn man sie nicht selber überprüfen kann.

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