I: Sprachen und ihr Einfluss auf unser Denken

Viele Sprachen zu beherrschen ist sehr nützlich, um die Literatur im Original zu lesen und mit anderen Menschen in ihrer Sprache zu kommunizieren.

Hier interessiert aber vor allem die These der beiden  Linguisten Sapir und Whorf, dass Sprachen sehr stark unser Denken beeinflussen. Wir können also blind gegenüber Teilen unserer Umwelt sein, weil wir in unserer Sprache dafür keine Worte besitzen und deshalb unsere Umwelt nicht aufmerksam genug und ohne Vorurteile  beobachten.

Oft findet man in Fachartikelen zu diesem Themenkreis  das Beispiel, dass die Eskimos ca. 30 verschiedene  Wörter für die Beschaffenheit von Schnee haben. Das stellte sich aber als ein Übersetzungsfehler heraus. Sie besitzen nur 4 verschiedene Wörter dafür.

In der Standford Encyclopedia of Philosophy

gibt es einen ausführlichen Artikel zu dem Thema der linguistischen Relativitäts-Hypothese von Sapir und Whorf.

  • Die wichtigste Schlussfolgerung ist, dass diese Hypthese bisher experimentell kaum untersucht wurde. Es gibt also eine Vielzahl spekulativer Berichte, aber kaum experimentell begründete Fakten.

Ausführliche Experimente von  Brent Berlin und Paul Kay ( 1969 )  belegen, dass die verschiedenen Sprachen sich nicht unterscheiden, wenn sie verschiedene Farben bezeichnen. ( Im Widerspruch zu der Hypothese von Sapir und Whorf, da das Farbspektrum, physikalisch betrachtet, kontinuierlich ist und es keine physikalischen Merkmale gibt, wie Farben abgegrenzt werden können. Deshalb könnten Farben verschieden empfunden und bezeichnet werden. )

Der vorläufige Schluss ist, dass zur Zeit noch nicht entschieden werden kann, ob die Hypothese  von Sapir und Whorf völlig falsch oder zumindest teilweise richtig ist.

  • Es gibt zumindest einige Experimente, die zeigen, dass unsere Sinne und die Verarbeitung der Sinneseindrücke im Gehirn geschlossene Systeme sind, die nicht durch Sprachen beeinflusst werden können.

Ein Beispiel dafür ist die Müller-Lyer Ilusion:

Die 3 waagerechten  Striche sind gleich lang, wie wir im unteren Bild erkennen können, wenn ihre Endpunkte durch senkrechte Geraden markiert werden.

  • Auch wenn wir uns durch Messen davon überzeugen, können wir unseren falschen Sinneseindruck nicht korrigieren und auch die verschiedenen Sprachen können es nicht korrigieren. Das ist ein Beispiel, dass  sprachunabhängig Sinneseindrücke in derselben Weise verarbeitet und deshalb übereinstimmend bezeichnet werden.

Sprachen können unser Denken also nicht beliebig prägen, sondern es ist teilweise  bereits durch Gehirnstrukturen vorgeprägt.

Noch ein Hinweis:

Ein sehr wirkungsvolles online-Programm, mit dem man ca. 13 moderne Fremdsprachen lernen kann, ist Babbel.

Babbel nutzt alle bewährten Lernmethoden für das Erlernen einer Fremdsprache, einschließlich Spracherkennung an und ist recht preiswert.

 

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