Biber in Europa und in Asien

Während der Biber in Europa und Nordamerika bereits als „Star“ der Renaturierung gefeiert wird, ist seine Geschichte in Asien ebenso spannend – vor allem, weil er dort oft in extrem trockenen Landschaften als „Retter vor der Wüste“ eingesetzt wird.

Hier sind die wichtigsten Regionen in Asien, in denen der Biber (Castor fiber) entweder geschützt oder gezielt wieder angesiedelt wurde:

1. Die Schwerpunkte in Asien

Russland (Sibirien & Ferner Osten)

Russland war der Vorreiter. Nach der Beinahe-Ausrottung im frühen 20. Jahrhundert startete die Sowjetunion riesige Programme.

  • Aktion: Zwischen 1920 und 1970 wurden über 15.000 Biber innerhalb des Landes umgesiedelt.
  • Ergebnis: Heute besiedelt der Biber fast ganz Sibirien bis hin zum Amur-Fluss an der Grenze zu China. Er ist dort so erfolgreich, dass er sogar die Tundra (nördliche Arktis) besiedelt, da es dort durch den Klimawandel wärmer wird und mehr Büsche wachsen.

Mongolei (Das Tuul-Fluss-Projekt)

Dies ist eines der faszinierendsten Beispiele für den gezielten Einsatz gegen den Wassermangel.

  • Wo: Am Oberlauf des Tuul-Flusses, der die Hauptstadt Ulaanbaatar mit Wasser versorgt.
  • Warum: Durch Abholzung und Bergbau sank der Wasserspiegel dramatisch. 2012 wurden Biber aus Russland und Deutschland dort ausgesetzt.
  • Effekt: Die Biberdämme wirken wie natürliche Rückhaltebecken. Sie stabilisieren den Wasserfluss auch in trockenen Monaten und helfen, den Grundwasserspiegel für die wachsende Hauptstadt zu sichern.

China (Xinjiang & Altai-Gebirge)

In China lebt eine seltene Unterart, der Mongolische Biber (Castor fiber birulai).

  • Wo: Entlang des Ulungur-Flusses im Nordwesten Chinas.
  • Schutzmaßnahmen: Da der Lebensraum durch Landwirtschaft extrem eingeschränkt war, hat China riesige Schutzgebiete geschaffen und sogar „Biber-Kantinen“ (Weidenpflanzungen) angelegt.
  • Status: Die Population hat sich von etwa 300 Tieren auf über 600 stabilisiert, was in dieser kargen Region ein großer Erfolg ist.

2. Die spezifischen Auswirkungen in Asien

In den weiten, oft trockenen Landschaften Asiens hat der Biber ganz andere Effekte als im regenreichen Mitteleuropa:

EffektBeschreibung
Kampf gegen die VersteppungBiberteiche erhöhen die Luftfeuchtigkeit und bewässern den Boden um den Fluss herum. Dadurch entstehen grüne Oasen in sonst kargen Steppen.
KlimapufferIn Zentralasien schmelzen die Gletscher schneller. Biberdämme fangen das Schmelzwasser im Frühjahr auf und geben es im heißen Sommer langsam ab – ein Lebensretter für Mensch und Tier.
WanderkorridoreIn der Weite Sibiriens dienen Biberteiche als „Trinkstationen“ und Lebensräume für Zugvögel, die den Kontinent überqueren.

3. Ein Problem im Osten: Der „Invasive“ Kanadier

Interessanterweise gibt es im Osten Russlands (Sachalin und Kamtschatka) ein Problem, das wir auch aus Südamerika kennen: Dort wurden teilweise Nordamerikanische Biber (Castor canadensis) ausgesetzt oder sind eingewandert. Diese sind oft aggressiver und verdrängen den heimischen Eurasischen Biber, was die ökologische Planung verkompliziert.

Das Fazit für Asien

Während wir in Europa Biber oft als „Hochwasserschützer“ nutzen, ist er in Asien der „Wasserrückhalter“. Er verhindert, dass Flüsse in der Sommerhitze komplett austrocknen. Das Beispiel Mongolei zeigt eindrucksvoll: Ein paar Biberpaare können eine Millionenstadt vor dem Verdursten retten, indem sie den Flusslauf stabilisieren.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..