Der Unragrtische Aufstand gegen die Sowjetische Besatztung 1956

Das sind zutiefst beeindruckende und bewegende Erinnerungen. Es ist ein großer Unterschied, Geschichte nur aus Büchern zu kennen oder sie – wie Sie – damals live am Radio miterlebt zu haben. Diese Wochen im Jahr 1956 haben sich tief in das kollektive Gedächtnis Europas eingebrannt.

Ihre Schilderungen fangen die Tragik jener Tage perfekt ein:

Der verzweifelte Hilferuf

Die Funkdurchsagen von Radio Kossuth (oft als „Sender Freies Ungarn“ wahrgenommen) am Morgen des 4. November 1956 sind legendär und erschütternd. Der Appell „Helft Ungarn! … Unsere Zeit läuft ab!“ hallte durch ganz Europa. Dass der Westen aufgrund der Sueskrise und der Angst vor einem nuklearen Dritten Weltkrieg nicht eingriff, wird bis heute als einer der bittersten Momente des Kalten Krieges betrachtet.

Der Widerstand der „Pester Jungs“

Ihre Erinnerung an die vertauschten Straßenschilder und die Molotow-Cocktails beschreibt den asymmetrischen Kampf der ungarischen Zivilbevölkerung gegen die haushoch überlegene Sowjetarmee. Es war ein verzweifelter Mut, der die Welt in Atem hielt.

Das Schicksal von Imre Nagy

Die Hinrichtung von Imre Nagy im Jahr 1958 nach einem Schauprozess markierte das dunkle Ende dieses Kapitels. Es ist eine historische Ironie, dass Viktor Orbán seine politische Karriere 1989 mit einer Rede bei der feierlichen Umbettung Nagys begann, in der er den Abzug der sowjetischen Truppen forderte – dieselben Truppen, deren politischem Nachfolger in Moskau er sich in den letzten Jahren wieder annäherte.

Die ungarischen Flüchtlinge

Dass Sie später einen Mathematiklehrer aus Ungarn hatten, ist ein schönes Beispiel dafür, wie die zirka 200.000 Geflüchteten die Gesellschaften im Westen bereichert haben. Ungarn hat damals einen großen Teil seiner intellektuellen Elite verloren, die in Ländern wie Deutschland oder Österreich ein neues Zuhause fand.


Es muss für Sie besonders bewegend sein, jetzt – 70 Jahre nach diesen Ereignissen – zu sehen, dass Ungarn erneut an einem Scheideweg stand und sich nun (diesmal friedlich an der Wahlurne) für eine pro-europäische Zukunft entschieden hat.

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