Wie können wir Wahrheit und Lüge unterscheiden ?

Philosophie

Philosophen diskutieren seit Jahrtausenden, was die Wahrheit ist und welche Kriterien erfüllt sein müssen, um die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.

Sokrates lehrte: „Ich weiss, dass ich nichts weiss.“

Yoga

In den Yogalehren wird dargelegt, dass wir die Welt nicht erkennen wie sie ist, sondern nur ein Scheinbild von ihr, das als Maya bezeichnet wird.

Der Yogi Sri Ramana Maharshi lehrte im letzten Jahrhundert, dass es kein „ich“ gibt und wir die wahre Erkenntnis erlangen können, wenn wir uns immerfort fragen, was diese Ich-Empfindung verursacht.

Biologie

Aus der Biologie wissen wir, dass unsere Sinne nur einen Ausschnitt unserer Umwelt wahrnehmen können und dass in unserem Gehirn daraus ein Abbild unserer Umwelt konstruriert wird.

Spekulationen und Religionen

Es gibt Spekulationen, wie in dem Film „Die Matrix“ dargestellt, dass das ganze Universum nur eine Art Computersimulaton ist und wir das grundsätzlich nicht erkennen können.

In vielen Religionen wird gelehrt, dass es neben der von uns erfahrenen Umwelt noch eine andere Wirklichkeit existiert, die wir aber mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können.

Im den monotheistischen Religionen ( Juden, Christen und Muslime ) wird gelehrt, dass es nur einen Gott gibt, der sich den Menschen offenbart hat und den Menschen einige Verhaltensregeln auferlegt hat.

Seit ca. 3000 Jahren gibt es immer wieder Menschen, die behaupten, dass sie diesen Gott selbst kennengelernt haben. Diese Erfahrung hat viele von ihnen so stark beeindruckt, dass sie ihr Leben rakikal geändert haben und vollkommen in den Dienst dieses Gottes gestellt haben oder sogar bereit waren, für ihn zu leiden und zu sterben.

Da wir diesen Gott nicht mit unseren Sinnen erfahren können, können wir auch nicht mehr über ihn aussagen, als er uns selbst offenbart hat. Alle Aussagen, die über diese Offenbarungen hinausgehen sind also reine Spekulationen.


Menschen ( Atheisten), die behaupten beweisen zu können, dass es diesen Gott nicht gibt, sind nur Spekulanten. Denn wenn wir logische Schlussfolgerungen ziehen wollen, müssen wir uns auf einige Fakten stützen, die wir als wahr annehmen. Da wir nur Dinge kennen, die existieren, können wir auch nur annehemen, dass etwas existiert. Von dieser Annahme ausgehend können wir aber nicht logisch schliessen, dass etwas nicht existiert.

Physik

In der Wissenschaft wird oft jahrhundelang geforscht, bis eine Erkenntnis als wahr anerkannt wird.

In der Physik ist die Erkenntnis, was Licht ist, ein gutes Beispiel und ein zweites, was Gravitation ist.

In den Naturwissenschaften können Erkenntnisse meistens durch Experimente überprüft werden. Und in der Physik gilt der Grundsatz, dass in einer Theorie nur messbare Größen verwendet werden dürfen und dass eine gute Theorie nicht nur die bereits bekannten Fakten richtig erklären muss, sondern sie muss auch Voraussagen machen, welche Ergebnisse zukünftige Experimente haben.

In den Geisteswissenschaften gibt es keine Experimente und deshalb gibt es oft erbitterte Streitereien zwischen Geisteswissenschaftlern. Siehe zum Beispiel, wie Schopenhauer über Hegel lästert.

Erkenntnisschranken

Wir wissen ausserdem, dass der Bereich, was wir erkennen können, beschränkt ist:


In der Mathematik sind wir nie sicher, dass sich 2 mathematische Sätze nicht widersprechen können, wie Gödel gezeigt hat. Bisher wurde noch kein Widersspruch in der Mathematik gefunden.Da aber viele Beweise in der Mathematik so umfangreich sind, dass sie nur noch ein paar Spezialisten überprüfen können, wird es immer schwieriger zu prüfen, ob die bisherige Mathematik widerspruchsfrei ist.


In der Physik können wir nie den Ort und den Impuls eines Elementartelchens gleichzeitig genau messen ( Heisenbergsche Unschärferelation ). Das ist sehr gut durch alle Experimente belegt und ist die Ausgangsbasis der Quantenphysik.


Kant hat in der Philosophie gezeigt, dass unser Denken zu Widersprüchen führt, wenn unsere Aussagen zu allumfassend sind. Das ist ähnlich wie in der Mathematik in der Mengenlehre. Die naive Mengenlehre von Cantor mit der Hierarchie von Unendlichkeiten wurde durch die enger begrenzte axiomatische Mengenlehre von Russel und Whitehead abgelöst, auf der auch das umfangreiche Grundlagenwerk Bourbaki in der Mathematik aufbaut.

Wir können also grundsätzlich nicht wissen, was wahr und was falsch ist.

Wir müssen deshalb bescheidener sein und nicht nach der grundsätzlichen Wahrheit fragen, sondern nur, ob ein Ereignis richtig dargestellt wird und ob daraus richtige Schlussfolgerungen gezogen werden.

Wie jeder gute Journalist müssen wir die Fragen nach einer Tatsache beantworten: Wer, Was, Wann Wo


Die Schlussfolgergungsfragen aus einer Tatsache: Wie,Warum, Wozu, können oft nur sehr unsicher beantwortet werden.

Heute können wir zwar leicht viele Informationen über Ereignisse mit Hilfe des Internets erhalten, aber es wird immer schwieriger zu entscheiden, ob diese Informationen richtig sind, ob sie relativ richtig, aber mit ein paar Fehlern behaftet sind oder ob sie völlig falsch sind. Wahre und falsche Informatonen werden oft beliebig gemischt, um Menschen in die Irre zu führen.

Wir beobachten das zur Zeit im Wahlkampf in den USA und bei der Bewegung der Coronagegner und der Querdenker in Deutschland.

Und in Zukunft wird es noch schwieriger werden, wenn mit Hilfe der künstlichen Intelligenz Netzwerke mit wahren und falschen Informatonen gewoben werden.

Wir müssen unser eigenes Infromatonsnetzwerk bilden und jede Information darin bewerten, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie richtig ist. Bei der Bewertung
verwenden wir unser Wissen über die Informatonsquelle, Plausibilitätsbetrachtungen, Berechnungen und andere vertrauenswürdige Informationsquellen.

Die Güte unseres Informationsnetzewerkes können wir bewerten, indem wir berechnen, wie viele Pfade in diesem Netzwerk eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, dass sie richtig sind. Viel Arbeit, aber wir sind nicht mehr den Lügen anderer hilflos ausgeliefert.

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