Große Denker der Menschheit: Laotse, Dschuang Dsi und Konfuzius

Laotse lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.,  Konfuzius um 500 v. Chr. und  Dschuang Dsi im 4.  Jahrhundert vor Chr. in China.

  • Laotse  erklärt in seinem Werk  Tao-Te – Ching die Grundlagen des Taoismus, der von der Annahme ausgeht, daß es ein alles durchdringendes geistiges Feld gibt.
  • Konfuzius lehrte Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit
  • Dschuang Dsi anerkennt die Lehren von Laotse und kommentiert sie durch logische Untersuchungen.

Wenn wir versuchen, die Schriften dieser 3 Weisheitslehrer zu verstehen,  gibt es mehrere Probleme:

  • wir müssen darauf vertrauen, daß die Übersetzungen die chinesischen Begriffe richtig übertragen
  • wir müssen verstehen, daß Laotse und Dschuang Dsi annehmen, daß es ein geistiges Feld gibt ( kein persönlicher Gott )  und dass Menschen es erfahren können, wenn sie ihr Denken in Begriffen und ihr ich-Gefühl überwinden.

Und das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu allen abendländischen Philosophen, die immer in ihrem begrifflichen Denken beharren.

Epikur sagt:

Nichts entsteht aus Nichts

David Hume sagt

Wir können nicht nachweisen, dass es ein Kausalitätsgesetz gibt, wir können nur eine Reihenfolge von Ereignissen beobachten und können nicht sicher sein, dass sie in derselben Weise fortgesetzt wird

Kant zeigt, dass unser Denken in unlösbare Widersprüche gerät, wenn  unsere Begriffe zu allgemein und zu abstrakt werden.

Dieselbe Erkenntnis wird in der naiven mathematischen Mengenlehre von Cantor gefunden, die durch Bertrand Russell und Whitehead so axiomatisiert und eingeschränkt wird, dass diese Widersprüche nicht mehr auftreten. ( dafür müssen sie aber einige Erkenntnisse von Cantor opfern )

Diese grundlegenden Unterschiede  zwischen der chinesischen und der abendländischen Philosophie zeigen sich klar bei Dschuang Dsi  in seinem Werk

Das wahre Buch vom südlichen Blütenland

Kapitel:  Die ideelle Welt und die Wirklichkeit

Dschuang Dsi sagt, dass es im chinesichen Altertum die Maxime gab, dass es einen letzten Ausgangspunkt gibt und dass die Dinge sich daraus entwickelt haben:

1. Zeitraum :  Die Existenz der Dinge hat noch nicht begonnen

2. Zeitraum:  Es gibt Dinge, sie sind aber noch nicht getrennt.

3. Zeitraum: Es gibt Getrenntheiten aber es gibt noch keine Gegensätze.

Durch die Entfaltung der Bejahung und Verneinung verblaßt der Sinn und es entwickelt sich eine eindeutige Zuneigung, wodurch sich logische Spitzfindigkeiten entwickeln

Auch Dschuang Dsi findet heraus, dass  unser Denken sich in Widersprüche verwickeln kann  und dass es deshalb weggelassen werden muss, wenn man die Wirklichkeit erfahren will.

Im abendländischen Denken wird dieser letzte Ausgangspunkt immer als prima causa bezeichnet und mit Gott gleichgesetzt.

Der Taoismus identifiziert den letzten Ausgangpunkt nicht mit einem Gott.

Beiden Denkweisen gemeinsam ist aber, dass sie einen letzten Ausgangpunkt glauben annehmen zu müssen.

Sie können sich nicht vorstellen, dass es nie  das Nichts gegeben hat.

Soweit wir bisher das Weltall beobachten können, gibt es keinen Ort, in dem  nichts ist. Es gibt überall kosmische Elentarteilchen und Kraftfelder.

Also können wir nur schließen dass sich alles, was existiert,  sich fortlaufend umwandelt, aber nie in Nichts umgewandelt wird.

Unsere Denkstruktur ist anscheinend  beschränkt, so dass wir immer automatisch in die Denkfalle  geraten, annehmen zu müssen, dass es einen ersten Anfang gegeben haben muss.

Dafür gibt es aber keinerlei naturwissenschaftlichen Notwendigkeiten.

Nehmen wir an, dass es immer  Etwas gab, das sich umwandeln kann, gibt es keinen Widerspruch zum Kausalitätsgesetz.

In der Mathematik haben wir keine Denkprobleme, wenn wir uns die reelle Zahlengerade als im   Minus- Unendichen beginnend, bis zum Positiv-Unendlichen reichend vorstellen.

Kein Mathematiker hat heute noch ein Problem damit.

Wir können also sagen:

Alles Existierende  entsteht durch Umwandlung aus Existierendem.

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