Das zweite Gehirn

Kommunikation zwischen Darm und Gehirn

Seit einigen Jahrzehnten wird die Verdauung im Magendarmtrakt und die vielen Wechselwirkungen zwischen den Bakterien im Darm ( ca. 2500 verschiedene Bakterien, die die sogenannte Darmflora oder Darmmikribiota bilden ), dem Nervengeflecht um den Darm ( ca. 10% soviele Nervenzellen wie im Gehirn ) und dem Gehirn untersucht.

Die Kommunikation zwischen Darmmikribiota und Gehirn erfolgt durch die Nervenbahnen, Stoffwechselprodukte der Bakterien, Hormone und Entzündungsmoleküle im Blut.

Die Bakterien in der Darmmikribiota haben eine riesige Zahl verschiedene DNA-Strukturen und wegen ihrer sehr hohen Vermehrungsrate können die Bakterien sich schnell an neue Lebensbedingungen ( also Ernährungsgewohnheiten ) anpassen. Da der Darm nie sterilisiert werden kann, überleben aber immer sehr viele Bakterien  einer Bakterienart und können sich schlagartig erneut vermehren, wenn der Mensch in seine alten Essgewohnheiten zurückfällt. Das könnte den Jojo-Effekt von vielen Diäten erklären.

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem Buch:

Emeran Mayer
Das Zweite Gehirn
Wie der Darm unsere Stimmung, unsere Entscheidungen und unser Wohlbefinden beeinflusst.

  • Die meisten Darmbakterien und ihr prozentualer Anteil in der Darmmikribiota eines Menschen werden durch die Mutter auf den Embryo und bei der Geburt von der Mutter auf das Baby übertragen.
    ( bei einer Kairserschnittgeburt können einige Bakterien fehlen oder die Zusammensetzung der Darmmikribiota ist deutlich verschieden )
  • Während der Stillzeit und der ersten 3 Jahre wird die Darmmikribiota weiter ausgeformt durch die Muttermilch und die Ernährung des Babies.
    Danach bleibt sie relativ konstant.
  • Auch wenn ein Mensch strikt die Steinzeitdiät befolgt, wird seine Darmmikribiota nie so viele verschiedene Bakterien enthalten wie die von Eingeborenen, die noch sehr ursprünglich und ohne Berührung mit Menschen außerhalb ihrer Lebensumgebung leben.
  • Im Laufe des Lebens passt sich die Darmmikribitota an die wechselnden Lebensgewohnheiten an.
  • Antibiotika können sie stark stören, da viele der nützlichen Bakterien getötet werden und damit kann auch das Autoimmunsystem stark geschwächt werden.
  • Durch Verzicht auf tierisches Fett und Fleisch aus der industriellen Massentierhaltung und Verzicht auf Produkte insgesamt aus der industriellen Landwirtschaft ( also nur Produkte aus biologischer Landwirtschaft verwenden ) kann die Darmmikribiota gestärkt werden.

Der Verzehr von fermentierter Nahrung wie Sauerkraut, Yoghurt und Käse,
vergrößert die Zahl der nützlichen Bakterien in der Darmmikribiota.

Es besteht der Verdacht, dass Geisteskrankheiten und auch Krebs durch eine fehlerhafte Darmmikribiota mit verursacht werden können.

Um diesen Verdacht zu erhärten sind aber noch viele Forschungen nötig.

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