Optimal lernen, Klavier zu spielen. Teil 2

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Optimal lernen Klavier zu spielen.                    Teil 1

Tips zum Lernen eines Musikinstruments      Teil 1,    Teil 2


Chuan Chang hat sehr detailliert beschrieben, wie das Klavierspielen richtig geübt werden sollte, damit der Spieler auch schwierigere Stücke in relativ kurzer Zeit meistern kann.

Hier sind seine wichtigsten Ratschläge:

Für ein neu zu lernendes Musikstück:

  • Musikstück sorgfältig lesen
    • Tonart und Takt beachten
    • gibt es Wiederholungen
    • optimalen Fingersatz eintragen
  • Musikstück auswendig lernen
    • zuerst getrennt für rechte und für linke Hand
      • immer 2 bis 3 Takte lernen
        • wenn man sich daran erinnert, die nächsten 2 bis 3 Takte lernen
    • alle 4 bis 6 Takte wiederholen
      • so fortfahren, bis das ganze Stück auswendig für jede Hand gelernt ist ( 1 bis 2 DIN A 4 Seiten )
    • keine Angst haben, dass man etwas vergißt. Das Vergessen ist wichtig, damit sich der Stoff bei der nächsten Wiederholung dauerhafter im Langzeitgedächtnis verankert
  • Musikstück auswendig spielen. Zuerst getrennt abwechselnd die rechte und die linke Hand trainieren
    • jede Hand 5 bis 10 mal spielen, jeweils 2 bis 3 Takte, überlappend
      • Fingersatz überprüfen und wenn nötig einen anderen Fingersatz wählen
      • den Körper und insbesondere die ruhende Hand immer wieder entspannen.
    • treten technische Schwierigkeiten auf, diese Stellen zuerst trainieren
      • wenn nötig immer nur 2 Noten spielen und damit fortfahren, bis die Stelle durchgespielt ist.
      • die Stelle so oft wiederholen, bis man sie flüssig spielen kann
      • ist die Stelle immer noch zu schwierig, mit 2 Noten beginnen und jeweils eine Note hinzunehmen und die schwierige Stelle schrittweise durchspielen
      • ein oder mehrere Noten mit der anderen Hand mitspielen: Eine Hand lernt von der anderen Hand.
  • Musikstück mental, ohne Klavier üben
    • getrennt für beide Hände
      • Notenbild visualisieren
      • Fingerbewegungen vorstellen und den Bewegungsablauf fühlen
    • Musik hören
    • Musikstück aus dem Gedächtnis auf Notenpapier schreiben und mit dem gedruckten Musikstück vergleichen
  • Geschwindigkeit für beide Hände schrittweise auf das 1,2 bis 1,5 fache der geforderten Geschwindigkeit erhöhen
  • mental die Geschwindigkeit so hoch wie möglich erhöhen.
    • treten mentale Fehler auf, diese Stellen am Klavier und mental alleine üben, bis sie richtig gespielt werden.
    • Fehler werden im Gehirn erzeugt und müssen deshalb auch im Gehirn korrigiert werden. Deshalb nützen rein mechanische Wiederholungen nicht viel. Dadurch wird nur das motorische Gedächtnis trainiert, das aber versagt, wenn bei einer Vorführung ein Fehler gemacht wird.
  • kann das Musikstück getrennt für beide Hände mit den erhöhten Geschwindigkeiten fehlerfrei auswendig gespielt werden, anfangen, beidhändig zu spielen
    • einmal durchspielen und die technisch schwierigen Stellen kennzeichnen
    • diese schwierigen Stellen alleine üben
      • ab und zu wieder beide Hände getrennt üben
        • nie versuchen, das Tempo mit beidhändigem Spielen zu erhöhen,
          • wenn das noch nicht geht. Tempo und Technik immer nur separat mit jeder Hand trainieren.
      • mit Metronom prüfen, ob das Tempo richtig gespielt wird
        • Metronom nur kurzfristig verwenden. Andauernder Gebrauch hindert die Entwicklung des musikalischen Ausdrucks, der das wichtigste Ziel ist
      • ab und zu mit beiden Händen bei halbem Tempo spielen, um die Technik zu überprüfen
  • kann man das Musikstück beidhändig fehlerfrei mit dem richtigen Tempo spielen, den musikalischen Ausdruck verbessern
    • Melodiebögen beachten
    • Lautstärke beachten

Immer an mehreren Musikstücken parallel arbeiten:

  • ein Musikstück lesen und Fingersatz eintragen
  • ein Musikstück auswendig lernen
  • ein Musikstück separat mit jeder Hand trainieren, so dass Technik und Tempo stimmen
  • ein Musikstück beidhändig trainieren
  • ein Musikstück musikalisch richtig interpretieren

 

Wenn ein Musikstück zufriedenstellend gespielt werden kann, es einige Wochen ruhen lassen, bis man vieles vergessen hat.

  • danach erneut die Arbeitsschritte wie bei einem neu zu lernenden Stück durchgehen
    • man wird erfahren, dass dies jetzt sehr schnell geht.
  • dadurch wird das Langzeitgedächtnis gestärkt.
  • Fehler werden erkannt, die Technik und der musikalische Ausdruck werden verbessert.
  • das Repertoire durch mentales Training aktiv erhalten
    • jeden Tag ein Stück oder wenn es sehr umfangreich ist, einen Teil davon mental und am Klavier spielen.
    • beim mentalen Üben zufällig von einer Stelle zu einer anderen vorwärts und rückwärts springen. Hände separat und gemeinsam mental spielen.
    • fühlen, wie sich die Muskeln in den Händen bewegen und wie die Hände sich entspannen. Dieses entspannte Gefühl beim Spielen am Klavier nachempfinden.

Wenn die Konzentration nachläßt, aufhören zu lernen und eine Pause einlegen.

  • Maximal 3 bis 4 Stunden pro Tag lernen.
    • Ausreichend lange schlafen. Das Gehirn lernt im Schlaf weiter.
  • ausgewogen ernähren. Das Gehirn verbraucht bei konzentriertem Lernen viel Kalorien.
    • Körperlich bewegen

__________________

Anmerkung:

Chuan Chan beschreibt sehr ausführlich, warum diese Abfolge von Lernschritten optimal geeignet ist, um in relativ kurzer Zeit auch schwierige Musikstücke zu meistern und sich ein umfangreiches Repertoire anzueignen.

  • Er warnt ausdrücklich davor, rein mechanische Fingerübungen zu machen, wie die von Hanon zum Beispiel.
  • Tonleiterübungen, Arpeggien und ähnliches hält er aber für wertvoll, da sie in klassischer Musik viel verwendet werden und dadurch viel Zeit gespart wird, um ein Musikstück technisch zu meistern.

 

 

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