Kommunikation: Webseite oder Blog ?

Als Autor von eBooks  sollte man auch versuchen, in Kontakt mit den Lesern zu kommen, damit man mit ihnen diskutieren kann, was in dem eBook korrigiert, besser erklärt oder ergänzt werden sollte.

Und insbesondere bei Wissenstransfer-eBooks ist das sehr wichtig, da das Ziel nicht nur  Wissensvermittlung ist.  Der Leser soll  mit möglichst geringem Aufwand das Themengebiet verstehen und sich neue Fähigkeiten aneignen, so daß er selbständig damit Probleme lösen kann.

Da jeder Leser einen anderen Wissensstand hat, ist es unvermeidlich, dass Verständnisschwierigkeiten auftreten können, die sich am besten durch direkten Kontakt mit dem Autor beheben lassen. Und der Leser kann viele Frustrationen vermeiden, wenn er schnell direkte Hilfe von dem Autor erhält. Umgekehrt kann der Autor viel von dem Leser lernen, denn Kommunikation mit interessierten Lesern hilft auch, die eigenen Denkfallen und Vorurteile zu erkennen, so daß man sie eventuell vermeiden kann.

Dafür wäre allerdings eine globale Kommunikation ideal, die aber durch Sprachbarrieren erschwert wird.

Die Frage ist, was die besten Kommunikationsmöglichkeiten für Leser und Autor sind:

  • Gedankenaustausch  mit emails
  • Diskussion auf einem Blog, so dass auch andere  Leser davon profitieren oder an der Diskussion aktiv teilnehmen können. Erfahrungsgemäß scheuen sich viele Teilnehmer anfangs, aktiv an Diskussionen auf einem Blog teilzunehmen, weil sie fürchten, dass sie dumme Fragen stellen könnten, worüber andere dann lachen.  Es gibt aber keine dumme Fragen; jede Frage zeigt, dass man nachgedacht und bemerkt hat, dass man etwas nicht versteht. Man ist also lernbegierig. Außerdem kann man ein Pseudonym verwenden.
  • online Inernet-Besprechungen mit Hilfe von Skype oder ähnlichen Internet-Diensten, sind sehr gut für kurzfristig angesetzte Besprechungen – sozusagen auf Zuruf- geeignet. Der Kreis der aktiven Diskussionsteilnehmer sollte nicht zu groß sein. ( maximal 5 Personen )
  • online webinare, benötigen eine gute Vorbereitung und je nach Anzahl der Teilnehmer sind sie eher wie Vorträge oder Vorlesungen zu betrachten. Sie können den Inhalt eines eBooks gut ergänzen, die Teilnehmer sind aber recht passiv und Versuche zeigen, dass passives Hören eines Vortrages einen recht geringen Lerneffekt hat.

Die übliche,  eher statische Webseite ist für die Kommunikation nicht gut geeignet; ihre Rolle übernimmt das eBook .

Besser geeignet ist ein Blog, da er sich nicht starr an ein Ordnungsschema halten muss.

Eine grobe Ordnung kann durch einige online-Seiten vorgegeben werden, mit denen der Umfang des Themenbereichs skizziert werden kann.

Als Blogsoftware verwenden wir wordpress. Der Blog kann bei wordpress.org selbst eingerichtet werden oder auf der Webseite eines  website-hosts.

WordPress.org beschränkt  aus Sicherheitsgründen die Möglichkeiten, den Blog mit plug-ins zu ergänzen.  Wenn diese Möglichkeiten genutzt werden sollen, muß der Blog auf einer Webseite installiert werden, was relativ einfach ist.

Allerdings sollte genau überlegt werden, ob das dadurch entstehende Sicherheitsrisiko akzeptabel ist.

Werden Dokumente zum Runterladen angeboten, ist ein Internetdienst wie Dropbox wahrscheinlich am besten geeignet, zu dem die Leser das Passwort erhalten. Die Dokumente in Dropbox können mit den Dokumenten auf dem Computer synchronisiert werden, so dass sie leicht immer auf dem neuesten Stand gehalten werden können. Dadurch wird der Umfang des Blogs nicht zu groß.

Das recht kleine Bildschirmformat von eBook-Lesegeräten und die Beschränkungen die das epub-Format vorgibt, verursachen Probleme, wenn größere Tabellen, oder hochauflösende Fotos ausgetauscht werden sollen. Dann ist es besser,  ein Din A4 Format zu verwenden und die Dokumente im pdf-Format auszutauschen. Auch lauffähige Softwareprgramme können dann ausgetauscht werden.

Damit vermieden wird, dass Spammer die Kommunikation behindern, sollten Leser und Autor Passwörter vereinbaren, die sie häufiger ändern.

Ein Blog hat den Nachteil, dass der Zugriff auf Diskussionsbeiträge nach einigen Monaten immer umständlicher wird. Das ist dann der richtige Zeitpunkt, alle Beiträge in einer Neuauflage des eBooks zu verarbeiten; man sollte sie aber auf dem Blog belassen, damit die Suchmaschinen den Blog finden.

Da die Leser ihr eBook immer mit der Neuauflage  bei Amazon  synchronisieren können,  profitieren sie davon, dass alle Diskussionsbeiträge in übersichtlicher und überprüfter Form in der Neuauflage enthalten sind. Zusätzliche Kosten fallen für die Stammleser nicht an.

Noch eine Bemerkung zu den verschiedenen Empfehlungen: Ich empfehle im allgemeinen nur das, was ich selber verwende. Dafür habe ich vorher viele Angebote miteinander verglichen und ausprobiert und häufig auch viel Lehrgeld in Form von Geld und Zeit investiert.

Zum Beispiel habe ich einige Webseiten mit Hilfe des Softwareprogramms website x 5 erstellt. Das Programm ist relativ einfach zu bedienen ( Arbeitsaufwand 20 bis 30 Stunden ), aber es hat einen entscheidenden Nachteil:

  • wenn das Programm einmal neu installiert werden muß, gibt es große Probleme mit der Registrierung. Das hat mich am Ende so frustriert, dass ich mit diesem Programm nicht mehr arbeite.

Außderdem habe ich darüber nachgedacht, ob eine statische Webseite wirklich das geeignete Medium für den Autor eines eBooks ist und kam zu dem Schluß, dass ein Blog dafür viel besser geeignet ist.

Als Blogsoftware verwende ich wordpress,  das eine open-source-Software ist. Diesen Blog habe ich bei wordpress.org installiert, da ich den Schutz gegen Spam für wichtig halte und dafür auf andere Möglichkeiten verzichte, den Blog mit plug-ins zu bereichern.

Arbeitet man mit einer online-Software, hat man einige weitere Vorteile:

  • keine Installationsprobleme, die eventuell durch die firewall auf dem Computer verursacht werden.
  • man arbeitet immer mit der neuesten Version der Software
  • Keine Probleme mit dem Hochladen von geänderten Seiten oder Dokumenten
  • Nachteile könnten Sicherheitsprobleme sein. Deshalb sollten sicherheitsrelevante Dokumente nicht online bearbeitet werden, sondern am besten auf einem Computer, der nicht mit dem Internet verbunden ist.

Mein Arbeitsfluss ist also:

  • auf dem Blog kurze Beiträge veröffentlichen, die zeigen, an welchen Fragestellungen ich gerade arbeite. Dadruch zwinge ich mich selbst, bereits gut lesbaren Text zu schreiben und die Fakten so gut wie möglich zu überprüfen und Leser können jederzeit mit mir darüber diskutieren.
  • ein eBook schreiben und bei Amazon veröffentlichen
    • einen Extra-Blog für dieses eBook einrichten, falls es dazu größeren Diskussionsbedarf gibt.

Noch eine Abschlußbemerkung:

In einigen Ratgebern zum Erstellen von eBooks  findet man den Ratschlag, sich anzusehen, was die Mehrzahl der Leser lesen möchte, weil dadurch die Chancen  wesentlich vergrößert werden, sein eBook zu verkaufen und Geld damit zu verdienen.

Ich folge einem anderen Pfad durch den Dschungel der Informationen:

  • ich beschäftige mich mit den Themen, die mich interessieren.
  • ich schreibe Blogbeiträge und eBooks dazu, weil mir beides hilft, etwas besser zu verstehen. Der Lernerfolg ist einfach viel größer.
  • Auch wenn ich vielleicht der einzige Leser sein sollte, so ist es doch sehr tröstlich, dass ich zumindest einen sehr aufmerksamen und interessierten Leser habe. Wieviele Autoren können das schon von sich behaupten 🙂
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Software: Staroffice 9

Staroffice ist seit vielleicht 20 Jahren auf dem Markt und wird  von Sun immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ich arbeite damit lieber als mit der  Microsoft Office Suite, da es stabiler läuft und die Menüs logischer aufgebaut sind.

Es  kostet nur ca. 15 euro, wenn es auf  DVD gekauft wird und kann auf bis zu 4 Rechnern installiert werden.

Das Handbuch in deutsch wird als als eBook im pdf-Format auf einer 2. DVD geliefert.

Staroffice ist auch als open source program verfügbar und heißt dann OpenOfficeSuite oder LibreOfficeSuite.

Bei Staroffice auf DVD kann man sicher sein, daß keine Viren oder andere Schadsoftware auf der DVD enthalten sind.

Wird es auf einem Rechner installiert, der nicht mit dem Internet verbunden ist, kann man einigermaßen sicher sein, dass man auch in Zukunft auf diesem Rechner nicht von Schadsoftware behelligt wird.

Und das ist sehr wichtig, wenn Dokumente an andere per email-Anhang verschickt werden.

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Skillfeed

Skillfeed  beendet  leider seinen Dienst Ende September 2015. Das ist recht bedauerlich, da die Videos sehr gute Instruktionen zeigten.

Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Vielleicht steht ein Käufer dahinter, der es in anderer Form weiterführen will.

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Große Denker der Menschheit: 1.33 Georg Simmel: Kant und Goethe

1913 hat Georg Simmel seine Überlegungen zu Kant und Goethe veröffentlicht. Das eBook kann kostenlos bei Amazon runtergeladen und entweder mit den Kindle-Lesegeräten oder mit der von Amazon  für PC’s verfügbaren Apps  gelesen werden.

Georg Simmel

Kant und Goethe

Kant sagt, daß wir über unsere Sinne ein Objekt erfassen und aus den Sinnesempfindungen ein abstraktes, geistiges Abbild des Objekts erschaffen, über das wir dann nachdenken können. Im folgenden einige Kernaussagen aus der Untersuchung von Georg Simmel:

Die geistige Einheit, von der beide, im Gegensatz zum Sensualismus und Rationalismus, das Erkennen tragen lassen, ist bei Kant im Grunde eine mechanistische, bei Goethe dagegen eine vitalistische zu nennen.

Kant spricht aus unserer wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeit heraus, die für ihn das Sein einschließt, Goethe aus dem Sein heraus, das für ihn auch unsere Erkenntnis einschließt.

Kant bestimmt die Schranken des Weltbildes selbst, soweit er es als wissenschaftlich anerkennt, gegenüber dem Ideal der unbedingten Einheit der Dinge.

Für Goethe andererseits wird die Grenze, bis zu der die Analyse gehen darf durch ein nicht weniger bestimmtes Kriterium gegeben, sie ist ihm von dem Punkt an unzulässig, wo sie die Schönheit der Dinge zerstört.

Schönheit, so könnte man in Goethe’s Sinne sagen, ist die Form, in der Stoff und Idee oder Materie und Geist sich gegenseitig innewohnen.

Kant’s zentraler Gedanke beruht hier auf der völligen Scheidung zwischen der Sinnlichkeit und der Vernunft; einen Wert erhalte das Handeln erst dadurch, daß es unter absoluter Rücksichtslosigkeit gegen die erstere ( Sinnlichkeit) ausschließlich der letzteren ( Vernunft )  gehorche.

Goethe hält die sittlich-praktische Tüchtigkeit – so wie Kant auch –  für das höchste Primat. ( Primat = höchste Ziel )

Kant’s Ethik beruht auf dem unversöhnlichen Wertunterschied zwischen der sinnlichen und der vernünftigen Seite unseres Wesens. Für Goethe ist dieser christliche Dualismus der Todfeind.

Kommentar

Kant und Goethe haben dasselbe Ziel:   Sie wollen die Welt und die Menschen so gut wie möglich verstehen.

Beide verwenden dazu entgegengesetzte Denkweisen:

  • Kant geht von möglichst wenigen, recht abstrakt formulierten Grundannahmen aus und versucht daraus, eine Begriffsstruktur zu entwickeln, mit der er die durch unsere Sinne erfassbare Welt erklären kann. Dabei macht er die Erfahrung, dass unser Denken in Widersprüche geraten kann, wenn die Grundannahmen zu allumfassend gewählt werden.
  • Goethe versucht, die Welt so unvoreingenommen wie möglich auf sich wirken zu lassen und einen Gesamteindruck von ihr zu gewinnen. Er verwendet keine abstrakten Begriffe.

Beide Denkweisen beschränken die möglichen Erkenntnisse.

  • Kant muss viele Einzelfälle und ihre Zusammenhänge mit anderen  vernachlässigen, damit er überhaupt abstrakte Begriffe entwickeln kann und bildet deshalb nur einen sehr kleinen Teil der Vielfalt in der Welt mit seinen Begriffsstrukturen ab.
  • Goethe sieht die überwältigende Vielfalt und Verschiedenheit in der Welt und wagt es deshalb nicht, sie mit abstrakten Denkstrukturen zu erfassen, weil er sieht, daß er dann das, was er bewundert,  in seinem Denken zerstört.

Kant ist deshalb ein Repräsentant der reduktionistischen Denkweise und Goethe der holistischen Denkweise.

  • Wahrscheinlich neigen viele Menschen der einen oder der anderen Denkweise zu und es mag nur wenige geben, die beide Denkweisen ausgewogen beherrschen, was aber unser Ziel sein sollte.
  • Vielleicht hängen beide Denkweisen auch damit zusammen, ob Menschen stärker ausgeprägt induktiv oder deduktiv denken. Zumindest ist diese Schlußfolgerung verführerisch.

Das ließe  sich durch psychologische Experimente klären oder indem die Denkweisen von weiteren großen Denkern untersucht werden.

In der abendländischen Kultur, soweit sie vom Christentum geprägt wurde, existierte immer das Gegensatzpaar von Körper und Geist-Seele und das grundsätzliche Vorurteil, daß der Mensch Ziel der Schöpfung sei und deshalb höherwertig als alle anderen Lebewesen wäre.

In den letzten Jahrzehnten wurden  aber wichtige  neue Erkkenntnisse in der Verhaltensforschung erzielt und  insbesondere in der vergleichenden Verhaltensforschung von Primaten und Menschen.

Sie zeigen, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Menschen und Primaten gibt. Beide haben viele gleichartige Verhaltensweisen und auch Primaten können Werkzeuge gebrauchen und andere lehren, sie zu handhaben. Primaten können zwar wegen ihrer Anatomie  ( Kehle und Mundhöhle ) nicht sprechen, sie können aber mit Symbolen umgehen und damit auch sinnvolle Satzstrukturen bilden.

Und da wir heute wissen, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Lebewesen auf der Erde gibt, sondern alle miteinander verwandt sind, sollten wir akzeptieren, dass es nur graduelle Unterschiede gibt. ( Alle Lebewesen entstanden aus einer Urzelle )

Wenn wir das Denkvermögen von verschiedenen Lebewesen miteinander vergleichen, so können diejenigen mit mehr Neuronen und Verknüpfungen zwischen ihnen, wahrscheinlich auch komplexere Denkvorgänge ausführen.

Über Delphine und Wale wissen wir noch zu wenig. Bei Delphinen wissen wir allerdings, dass sie sich in einem sehr hohen Frequenzbereich untereinander verständigen und deshalb sehr viele Informationen austauschen könnten.

Da beide  sehr große Gehirne besitzen, sollten beide auch sehr komplexe Denkvorgänge durchführen können.  Das werden wir allerdings nur herausfinden können, wenn wir das aus blanker Gier verursachte,  brutale Abschlachten dieser Lebewesen verhindern.

Wir sollten  das alte Vorurteil endgültig aufgeben, dass Körper und Geist-Seele Gegensatzpaare sind.  Sie bilden eine Einheit und alle Religionen und Ideologien, die das verneinten, haben ungeheuer viel  Leiden über die Menschheit gebracht.

Das zu abstrakte Begriffsgerüst von Kant sollte also modifiziert werden, so dass das Denken in Gegensätzen wegfällt.

Wahrscheinlich geht das am besten, indem Begriffe aus der Informatik und den Neurowissenschaften verwendet werden, weil damit auch vermieden wird, dass durch die mit Vorurteilen belasteten Begriffe zu falschen Schlußfolgerungen führen.

Es wird auch interessant sein, die Denkweisen von Newton und Goethe miteinander zu vergleichen, wie sie beide zu ihren unterschiedlichen Farblehren gelangten.

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Große Denker der Menschheit: Naturphilosophie Teil 1.32 Kant: Bilden von abstrakten Begriffen

Kant

Was heißt, sich im Denken zu orientieren ?


In dieser Schrift untersucht Kant, wie wir  – von konkreten, auf praktischen Beobachtungen und Erfahrungen beruhenden Begriffen  ausgehend –  immer abstrakter werdende Begriffe entwickeln. Dabei haften diesen abstrakten Begriffen aber immer noch bildliche Vorstellungen an, die auf ihren konkreten Ausgangspunkt hindeuten.

Der Ausgangspunkt ist immer die Erfahrung und daraus wird ein subjektiver Unterscheidungsgrund abgeleitet.

Wenn wir abstraktere Begriffe bilden, die über die Erfahrung hinausgehen, müssen wir prüfen, ob sie frei von Widersprüchen sind und wie ihr Verhältnis zur Erfahrung ist.

  • Der Begriff alleine sichert noch nicht, daß der gedachte Gegenstand existiert.
  • Wenn wir über das Erfahrungswissen hinausgehen, müssen wir für die Vernunft Annahmen machen, damit sie sich orientieren kann.

Dabei macht es keinen Sinn, geistige Wesen anzunehmen, da wir nichts von ihnen wissen können und damit nur gehindert werden, unsere Vernunft ausdauernd und richtig zu gebrauchen.

Als Grundannahme, damit unsere Vernunft nicht fehlgeleitet wird, müssen wir akzeptieren, daß es ein Urwesen als oberste Intelligenz gibt, das zugleich auch das höchste Gute darstellt.

  • Unsere Vernunft hat das Bedürfnis, diese Annahme zu machen:
  • die Natur läßt sich ohne diese Annahme nicht erklären, denn wir benötigen eine erste, verständige Ursache  ( prima causa )

Der Vernunftglaube kann aber durch alle natürlichen Daten und durch alle Erfahrung niemals in Wissen verwandelt werden.

  • der Vernunftglaube ist der Wegweiser für den spekulativen Denker im übersinnlichen Felde
  • der Vernunftglaube muß jeder Offenbarung zu Grunde gelegt werden.

Der Begriff von Gott und selbst die Überzeugung von seinem Dasein, kann nur allein in der Vernunft angetroffen werden.

  • der Begriff der Unendlichkeit beruht nicht auf Erfahrung oder Anschauung

Denkfreiheit

Wir denken in der Gemeinschaft mit anderen Menschen und auch wenn das Denken des Einzelnen frei ist, kann ein Herrscher uns am Denken hindern, indem er den freien Meinungsaustausch mit anderern Menschen verbietet.

Gewissenszwang

Glaubensformeln erzeugen Gewissenszwang und  verhindern damit  die Prüfung durch die Vernunft.

Selbstdenken

heißt, den obersten Prüfstein der Wahrheit in sich selbst zu suchen und der Grundsatz, jederzeit selbst zu denken, ist die Aufklärung.

Die Aufklärung in Individuen zu gründen ist einfach, indem sie von Kindheit an ermutigt werden, selbständig zu denken; es ist aber sehr langwierig,  ein Zeitalter aufzuklären, denn es finden sich viele  äußere Hindernisse, welche jene Erziehungsart teils verbieten, teils erschweren.


Kommentar:

Kant verlangt, dass auch abstrakte Begriffe auf Erfahrungswissen zurückgeführt werden können und dass nur überprüfbare Annahmen gemacht werden und deshalb  geistige Wesen ausgeschlossen werden, da wir nichts über sie wissen können, mit der einen Ausnahme  eines intelligenten, guten Urwesens.

Die abstrakten Begriffe müssen widerspruchsfrei sein und wir müssen eine Leitschnur haben, wie wir sie verwenden, damit wir nicht in Schwärmerei oder Aberglauben abgleiten.

  • Deshalb müssen wir immer prüfen, warum wir eine Annahme machen und warum wir die Schlußfolgerungen, die aus ihr folgen,  als Grundsätze für unseren Vernunftgebrauch machen wollen.

Wie die Vedantagelehrten verlangt also auch Kant, daß wir immer von prüfbaren Fakten unseres Erfahrungswissens ausgehen. Er verwendet aber keine Geschichten wie sie, um ein abstraktes Konzept schrittweise verständlich zu machen. Anscheinend liegt ihm dieser Lehrstil nicht.

Er verwendet auch keine Kette von Analogien,  wie Sokrates, wahrscheinlich, weil er – wie auch die Vedantagelehrten – erkennt, dass dadurch auch leicht Fehlschlüsse gemacht werden können; denn jede Analogie ist nur teilweise richtig, so dass eine Kette von Analogieschlüssen den Gesamtfehler immer größer macht.

  • Es ist bemerkenswert, dass hoch intelligente Menschen entweder überzeugt sind, dass es kein Urwesen ( Gott ) gibt, wie Buddha und Epikur zum Beispiel und andere, wie Kant und Einstein, daß es Gott geben muß.

Anscheinend ist es  sehr schwer zu akzeptieren, daß durch Zufallsereignisse in sehr langen Zeiträumen sich  komplexe Strukturen aus dem Chaos entwickeln können. Einstein akzeptierte zwar, daß die Quantentheorie richtige Voraussagen machte, aber er konnte nie akzeptieren, daß in der Quantentheorie nur Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse berechnet werden konnten.

Lukrez, der die Erkenntnisse von Epikur voll anerkennt, beschreibt, dass die unendlich vielen, verschiedenen Atome in dem unendlich großen Universum sich durch zufällige Stöße so miteinander verbunden haben, daß dadurch alle Objekte und Lebewesen im Univerum entstanden sind, ohne daß dazu ein Gott nötig wäre.

Epikur und Lukrez setzen voraus, dass diese Atome immer existiert haben und unzerstörbar sind. Damit vermeiden sie, daß ein Urwesen die erste Ursache für die Entstehung des Universums ist.

  • Beide Annahmen  – Urwesen oder bereits immer existierende Atome –  sind gleichwertig, da beide nicht bewiesen oder widerlegt werden können.
  • anscheindend sind Menschen  psychologisch vorgeprägt, welche der beiden Annahmen sie bevorzugen.

Anstelle des Begriffs der Atome müssen wir nach unserem heutigen Wissenstand den Vakuumzustand annehmen. Das ist ein chaotischer Zustand von Quantenteilchen, aus dem alle anderen Elementarteilchen entstanden sind. Allerdings wissen wir noch nicht, wie.

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Große Denker der Menschheit: Naturphilosophie Teil 1.31 Kant’s Überlegungen zur Raumstruktur

Kant:

Von dem ersten Grunde des Unterschieds der Gegenden im Raum

Kant hat sich sehr intensiv mit naturwissenschaftlichen Fragen beschäftigt, insbesondere mit der Astronomie.

Aus den wenigen gesicherten Fakten über unser Sonnensystem, unsere Milchstraße und die zu seiner Zeit nur als Nebelflecken erkennbaren anderen Galaxien, hat er  – basierend auf den Erkenntnissen von Kopernikus, Kepler und Newton –  eine qualitative Theorie über die Entstehung unseres Universums, der Galaxien und unseres Planetensystems mit den Monden und den Ringen des Saturns abgeleitet.

Kant hat sich auch gefragt, welche   Raum-Zeitstruktur das Universum hat.

Dafür geht er von Beobachtungen aus:

  • Bohnen drehen nach links
  • Schneckengehäuse drehen nach rechts, wenn man von dem spitzen Ende auf das Gehäuse schaut
  • Passatwinde drehen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt zu denen auf der Südhalbkugel
  • unsere beiden Hände sind spiegelbildlich, aber nicht kongruent

Auf Grund dieser Beobachtungen fragt er sich, ob  aus den Anordnungen der inneren Teile eines Gegenstandes erklärt werden kann, warum 2 Gegenstände, die dieselben internen Abmessungen haben, nicht durch Bewegungen im Raum zur Deckung gebracht werden können.

Da das bei den genannten Beispielen nicht möglich ist, insbesondere auch nicht bei den beiden Händen, schließt er, dass das Objekt den Raum, in dem die linke Hand eingebettet ist, in seiner Struktur so beeinflusst, dass er von dem Raum, in dem die rechte Hand eingebettet ist, sich unterscheidet.


Kommentar

Kant untersucht diese Frage nicht mathematisch weiter.

  • Er hätte sonst erkannt, dass die Struktur eines  Gegenstanden nicht alleine durch die Abstände seiner Teile definiert wird, sondern, dass dass dazu auch die Drehsymmetrien gehören.

In der Physik wird angenommen, dass der Raum gleichförmig ( homogen ) und in allen Richtungen gleich ( isotrop ) ist.

  • Aus der Allgemeinen Relativitätstheorie wissen wir aber, dass Massen die Raum-Zeitstruktur ändern. Licht von Sternen, das in der Nähe von sehr massereichen Sternen,  wie Schwarzen Löchern etwa, vorbeifliegt, wird abgelenkt.
  • In der Elementarteilchenphysik werden die Eigenschaften der Elementarteilchen durch Symmetrieeigenschaften beschrieben.
    • Dabei ist aber nicht geklärt, ob diese Teilchen nicht auch die Raum-Zeit – Struktur ändern.

„Wavy“       Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

Die Animation zeigt die Gravitationswellen, die durch 2 sich umkreisende Neutronensterne erzeugt werden sollten.

Gravitationswellen folgen aus der Allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein. Sie ändern die Raum-Zeit-Struktur. Allerdings wurden sie bisher noch nicht experimentell nachgewiesen.


Die Fragestellung, ob Gegenstände die Raum-Zeitstruktur ändern, ist für Gegenstände, wie wir sie in unserem Alltagsleben vorfinden negativ zu beantworten, aber nicht für extrem kleine oder extrem große Körper.

Insofern hat Kant bereits eine sehr wichtige Fragestellung der Physik erkannt, auch wenn er sie  noch nicht tiefgreifender untersuchen konnte, da es zu wenig Faktenwissen zu seiner Zeit gab.


Leonardo da Vinci

Zu den Unterschieden der beiden Hände gibt es eine interessante Erklärung von Aurelio Teleman:

Hormone spielen bei der Kontrolle des Wachstums eine wichtige Rolle, und Insulin ist einer der Drahtzieher“, erklärt Aurelio Teleman, Nachwuchswissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum. Der junge Wissenschaftler baut derzeit seine Arbeitsgruppe „Krebs- und stoffwechselassoziierte Signaltransduktion“ auf, die sich zur Aufgabe macht, die Funktion Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktoren zu erforschen.

Zentraler Regulator am Werk?
„Es muss aber noch mehr Kontrollelemente geben“, fügt er hinzu. „Wenn Sie Ihre rechte und linke Hand miteinander vergleichen, sind sie fast gleich groß, obwohl sie während ihrer Entstehung nicht miteinander kommunizieren konnten. Sie stammen von getrennten Zellgruppen, die sich während der Entwicklung vermehrt, und zu einem bestimmten Zeitpunkt damit aufgehört haben. Hätten die Zellen einer Hand ihre Vermehrung nicht zum richtigen Zeitpunkt beendet und nur eine weitere Zellteilungsrunde durchlaufen, wäre eine Hand doppelt so groß wie die andere.“

Deshalb lautet seine Schlussfolgerung: Es müsse eine ausgeklügelte Instanz geben, welche die Größe der Zellen und Gewebe von Beginn des Lebens an reguliert.

Als zentraler Regulator konnten ausgeschlossen werden:

  • die Zeit
  • Anzahl der Zellteilungen; dagegen spricht das Regenerationsvermögen
  • die Größe der Zellen spielt keine Rolle

Aurelio Teleman glaubt, dass die reduktionistische Methode bei der Untersuchung dieser Frage an ihre Grenzen stößt:

Was hindert uns daran, die Prinzipien zu verstehen und lückenlos aufzuklären? Nach Meinung von Aurelio Teleman liegt das daran, „dass die Kontrollmechanismen, die die Größe regulieren, an anderen lebenswichtigen biologischen Vorgängen beteiligt sind. Schalten wir einen solchen Faktor in einem Tierexperiment aus, wird das Tier sterben. Ob der Faktor für die Steuerung der Größe wichtig ist, bleibt dann ungeklärt.

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Große Denker der Menschheit: Naturphilosophie Teil 2: Buddha und die Kosmologie

Dieser 1. Beitrag soll kurz zeigen, dass Buddha keine Religion im Sinne der monotheistischen Religionen lehrte, sondern wie ein Naturwissenschaftler argumentiert:

  • er wendet undogmatisches logisches Denken an
  • er lehrt, wie jeder im Selbstversuch dieselben Ergebnisse erfahren kann

Das soll eine Vorbereitung sein auf die Dialoge zwischen Buddhismus und Naturwissenschaftlern, insbesondere  mit dem Dalai Lama.

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The New Physics And Cosmology

             Dialogues with the Dalai Lama

                  edited by Arthur Zajonc

                Oxford University Press 2004

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Der heutige Buddhismus zeigt zwar viele Merkmale von  Religionsgemeinschaften, Buddha selber argumentiert aber gegen die Existenz von Göttern.

Er lehrt, dass jeder Mensch die Wahrheit erfahren kann, wenn er die richtige Geisteshaltung entwickelt und die richtigen geistigen Übungen durchführt.

Insofern ist er ein Naturwissenschaftler, der logisch argumentiert und lehrt, wie jeder dieselben Wahrheiten finden kann.

Vieles was Jesus lehrt, findet sich bereits in den Lehren von Buddha:

  • Nächstenliebe
  • Ablehnen von Wundern. Buddha verbietet den Mönchen und Nonnen, ihre erworbenen Fähigkeiten zu missbrauchen, um Wunder zu bewirken und Jesus weist ausdrücklich daraufhin, dass die Menschen ihm und seiner Lehre vertrauen sollen und nicht seinen Wundern.

Es gibt natürlich einen großen Unterschied zwischen Jesus und Buddha: Jesus lehrt, dass es einen Gott gibt und dieser Gott sich den Menschen  offenbart hat.

Im folgenden verwende ich ein  Buch von 1915, weil es sich auf buddhistische Texte aus den südlichen Ländern, wie Thailand stützt, in denen die ursprüngliche,  schlichte Lehre Buddhas anscheinend originalgetreuer überliefert wurde.

Weisheitslehren und Religionen werden im Laufe der Jahrhunderte fast immer mit phantasievollen Ausschmückungen überfrachtet, die die ursprünglich klare Lehre immer diffuser machen.

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The Gospel of Buddha, Compiled from Ancient Records

by  Paul Carus

Chicago and London,  The Open Court Publishing Company 1915

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IX Die Suche des Boddhisatta’s

Vor seiner Erleuchtung wird ein Buddha ein Boddhisatta genannt.

Als Buddha vor seiner Erleuchtung auf der Suche nach der Wahrheit war, besuchte er auch zwei berühmte Brahmanen und hörte sich ihren Lehrvortrag über das Selbst  ( Atman ) an.

Buddha war mit Ihrer Argumentation nicht zufrieden und führte folgende Argumente dagegen an ( die folgenden Zitate habe ich aus dem Englischen übersetzt ):

Die Lehre des Karma läßt sich nicht leugnen, aber Deine Lehre des Selbst ruht nicht auf einem Fundament.

Wie alles andere in der Natur, unterliegt das Leben des Menschen dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Die Gegenwart erntet, was die Vergangenheit gesät hat und die Zukunft ist das Produkt der Gegenwart. Aber es gibt keinen Beweis, eines unveränderlichen Ich’s, das dasselbe bleibt und von Körper zu Körper wandert. Es gibt die Wiedergeburt,  aber keine Seelenwanderung.

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Und der Bodhisatta ging in die Tempel, wo die Priester Opfer darbrachten. Aber der sanfte Geist des Shakyamuni   (Buddhas Beiname: der Weise aus dem Geschlecht von Shakya ) wurde durch die unnötigen Grausamkeiten beleidigt, die auf den Altären der Götter durchgeführt wurden.

Nur Unwissenheit kann diese Männer veranlassen, Feste vorzubereiten und riesige Versammlungen für Opferriten abzuhalten. Es ist weitaus besser,  die Wahrheit zu verehren als zu versuchen, die Götter zu besänftigen, indem Blut verschüttet wird.

Welche Liebe kann ein Mensch besitzen, der glaubt, dass die Vernichtung von Leben eine Sühne für böse Taten ist ? Kann ein neuer Fehler einen alten auslöschen ? Und kann das Schlachten eines unschuldigen Opfers die üblen Taten der Menschheit auslöschen ? Das ist Ausüben von Religion mit Vernachlässigung von moralischem  Handeln.

Reinigt Eure Herzen und hört auf zu töten; das ist wahre Religion.

Rituale sind wirkungslos; Gebete sind vergebliche Wiederholungen und Gesänge haben keine Erlösungskraft.

Aber das Abschütteln von Begierde und Lüsternheit, um frei von üblen Leidenschaften zu werden und das Aufgeben von Hass und Übelwollen, das ist das richtige Opfer und die wahre Verehrung.

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XXXIII Anathapindika

Wer ist es, der unsere Leben formt ?

  • Ist es Isvara, ein persönlicher Schöpfer ? 
    • Wenn Isvara der Macher ist, dann sollten sich alle Lebewesen schweigend der Macht ihres Machers unterwerfen. Sie wären wie Gefäße, die von der Hand des Töpfers geformt wurden und wenn es so wäre, wie wäre es dann möglich, Tugend zu praktizieren ?
    • Wenn die Welt von Isvara gemacht worden wäre, dann sollte es nicht so etwas wie Sorge, Unglück oder Böses geben, denn beide  – reine und unreine Taten-  müsten von ihm her kommen.
  • Falls nicht, dann würde es neben ihm noch eine andere Ursache geben und er würde nicht alleine  existieren.

Deshalb siehst Du, der Gedanke eines Isvara ist überwunden.

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Kommentar:

Diese wenigen Zitate aus den Lehren von Buddha sollen demonstrieren, dass es sich auch für naturwissenschaftlich denkende Menschen lohnt, die Schriften von Buddha selbst, aber auch von späteren buddhistischen Gelehrten zu studieren, da sie auf rationalem Denken und Selbsterfahrungen beruhen, im Prinzip also im Selbstversuch  reproduzierbar sind.

  • Gehirnscans von buddhistischen Meditationsmeistern, die während ihrer Meditation gemacht wurden, zeigen, dass diese Meister fähig sind, jeden Geisteszustand zu reproduzieren. Ausserdem zeigen diese Scans, dass einige Gehirnbereiche stärker entwickelt sind, als bei nicht meditierenden Menschen.
  • Der Dalai Lama pflegt seit Jahrzenten engen Kontakt zu Naturwissenschaftlern und es lohnt sich, die Diskussionen zwischen ihnen zu studieren, da in ihnen die neuesten Erkenntnisse aus Physik, Astrophysik und Neurologie aus naturwissenschaftlicher und buddhistischer Sicht diskutiert werden.
  • der besondere Beitrag des Buddhismus besteht darin, dass Buddhisten seit ca. 2500 Jahren in ausserordentlicher Weise ihr Gehirn trainiert haben und im Selbstversuch die Entstehung und die Kontrolle von Emotionen studiert haben. Und dieses Wissen kann uns vielleicht helfen, die Ursachen von Zwistigkeiten, Hass und Kriegen zu vermeiden.

Leider sind die dogmatisch geprägten,  monotheistischen Religionen nicht zu solch einem ergebnisoffenen Dialog bereit.

  • Der Dalai Lama hat zum Beispiel in England mit christlichen Theologen die Lehren von Jesus diskutiert  und sie aus buddhistischer Sicht kommentiert, in :
  • bisher vermisse ich, dass ein Papst in gleicher Weise sich bemüht hat, die buddhistischen Lehren mit buddhistischen Gelehrten zu diskutieren und sie aus christlicher Sicht zu kommentieren.
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Große Denker der Menschheit: Naturphilosophie Teil 1.1: Epikur

Epikur  betrachtete sich selbst als Naturwissenschaftler und sah etwas auf die Naturphilosophen herab. Aber nach unserem heutigen Verständnis war er noch kein Naturwissenschaftler, da er die Naturvorgänge weder durch genaue Beobachtung ( wie Darwin etwa )  zu verstehen versuchte, noch Experimente oder Berechnungen durchführte.

Epikur überlegte sich, wie es möglich ist, dass wir die Welt mit unseren 5 Sinnen erfassen können und wie sich zum Beispiel die Planetenbewegungen erklären ließen.

Er dachte aber auch darüber nach, wie das Universum entstanden ist, auch wenn er nur die Planeten und die sichtbaren Fixsterne kannte.

Epikur lebte im antiken Athen ( 341 v. Chr. bis 271 v. Chr. ). Er lehrte, wie Menschen ihr Leben mit Freude führen können. Darunter verstand er aber nicht zu prassen, wie ihm später häufig vorgeworfen wurde, sondern er lehrte ein bescheidenes Leben zu führen und sich vor allem an der Erkenntnis der Natur zu erfreuen.

Hier interessieren seine Überlegungen zur Entstehung des Universums und zu den Planetenbewegungen.

Da Euklid ( 367 v. Chr. bis 283 v. Chr. )  etwa zur selben Zeit wie Epikur lebte, kannte er wahrscheinlich zumindest Teile der Euklidischen Geometrie.

Epikur versuchte die Naturvorgänge ohne Rückgriff auf einen Eingriff durch einen oder mehrere  Götter zu erklären. Er sagte zwar, dass Götter existieren, dass sie aber in ihrer Glückseligkeit nicht in das Weltgeschehen eingreifen würden.  (  Das war wohl ein Zugeständnis an das Gesetz in Athen, denn Gottlosigkeit wurde in Athen bestraft. Wenn die Götter nicht eingreifen, ist das dasselbe, als wenn sie nicht existieren; sie sind also für den Menschen bedeutungslos )

Grundlegend für seine Naturdeutung ist die Annahme, dass Atome existieren, die unteilbar und  unveränderlich sind und schon immer existieren.

Sein grundlegender Lehrsatz ist:

Nichts kann aus Nichts entstehen

In seinem Brief an Herodotos läßt sich erkennen, wie er versucht, aus den ihm zugänglichen Fakten, die Natur durch logisches Denken zu erkennen.

Dabei versucht er nicht, dogmatisch nur eine Erklärung zuzulassen, sondern erschöpfend alle möglichen Erklärungen zu untersuchen.

Hier einige Zitate aus dem Brief ( aus der Übersetzung von Peter Früh )

  1.  Bei jeder Bezeichnung muß sich also die ursprüngliche Bedeutung erkennen lassen und keiner weiteren Erklärung bedürfen, wenn wir wirklich die Möglichkeit haben wollen, unsere Probleme, unsere Schwierigkeiten und Meinungen darauf zurückzuführen.
  2. Nichts entsteht aus dem Nichts, denn dann könnte alles aus allem entstanden sein, ohne irgendwie der Samen zu bedürfen.
  3. Das All war in seiner Beschaffenheit immer so, wie es gegenwärtig ist und wird immer so sein; denn es gibt ja nichts, in das es sich verwandeln könnte. Denn neben dem All gibt es nichts, was in das All eindringen und die Verwandlung bewirken könnte.
  4. Die Welten sind unbegrenzt an Zahl, sowohl die der unsern ähnlichen wie die ihr unähnlichen, denn da die Atome, wie ich eben gezeigt habe, unendlich an Zahl sind, bewegen sie sich auch in die fernsten Welten.
  5. Daher müssen die Urwesenheiten der Körper ihrer Beschaffenheit nach unteilbar ( Atome ) sein.
  6. Das All hat also kein Äußeres und daher auch keine Grenzen. Und da es nun keine Grenzen hat, wird es wohl unendlich und unbegrenzt sein.
  7. Was nun die Himmelskörper angeht, so dürfen wir keinesfalls glauben, daß ihre Bewegung und Drehung, ihre Verfinsterung, ihr Aufgang und Untergang sowie alles, was auf der gleichen Linie steht, durch das Walten eines Wesens entstanden sei, das es angeordnet habe, es gegenwärtig in Ordung halte und weiter halten werde, eines Wesens, das in vollster Glückseligkeit und Unvergänglichkeit verharre.
  8. Die hauptsächlichste Ursache für die Beunruhigung der Menschenseele – das müssen wir uns alle klarmachen- kommt aus dem Glauben, die himmlischen Wesenheiten seien glückselig und unvergänglich und besäßen doch zugleich Wollen und die Möglichkeit, zu handeln und etwas zu verursachen. Das aber ist doch mit ihrer Seligkeit unvereinbar.
  9. Die Sonne, der Mond und die übrigen Gestirne sind nicht für sich entstanden und erst später in das Weltsystem einbezogen worden, sondern sie bildeten sich sogleich und vergrößerten sich durch Zuwüchse und Umdrehungen gewisser feinteiliger Wesenheiten, sei es hauchartiger, sei es feuerartiger oder aus beidem bestehender Wesenheit; denn auch das gibt uns unsere Wahrnehmung so an die Hand.
  10. Man darf nur nicht, verliebt in die einzige Erklärungsart, die anderen aus nichtigen Gründen verwerfen, ohne sich klargemacht zu haben, was dem Menschen zu erkennen möglich ist und was nicht; sonst verlangt man Unmögliches.

Kommentar:

  • Epikur hat also bereits dieselben Fragen – so genau er damals konnte-   untersucht, die uns auch heute noch beschäftigen und obwohl er nur einen winzigen Teil der Informationen hatte, die wir heute besitzen, hat er sich daraus  bereits  ein recht  zutreffendes Gesamtbild des Universums geschaffen.
  • Sein Kern-Lehrsatz: Nichts ensteht aus Nichts, ist eigentlich eine andere Formulierung des Kausalitätsgesetzes.
    • Buddha nimmt an, dass das Kausalitätsgesetz allgemein gültig ist, auch im nicht materiellen, ethischen Bereich und ist deshalb überzeugt, dass es die Wiedergeburt gibt. Seine Lehrrede über die erste Erfahrung seiner Erleuchtung, enthält in einigen Schriften auch Bemerkungen, dass er Tausende von Wiedergeburten erfahren hat. Diese Bemerkungen fehlen aber in anderen Schriften seiner Lehrreden. Es ist deshalb nicht klar, ob Buddha wirklich berichtet hat, dass er seine Wiedergeburten erneut durchlebte.

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Anwendungen der Wahrscheinlichkeitsberechnungen

Die Studie

Fostering positive attitude learning using graphing calculators

( Computers in Biology and Medicine
Volume 17, Issue 6, 1987, Pages 401–404 )

von Choo-Kim Tan, Madhubal Bava Jarji und Sion-Hoe Lau  zeigt, dass Schüler, die im Unterricht graphische Taschenrechner nutzten, mit denen sie die Wahrscheinlichkeitsverteilungen konstruieren  können, deutlich höher motiviert waren, die Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihre Anwendungen zu lernen.

Gruppe A ( 32  Schüler ), verwendete graphische Taschenrechner und konnte damit experimentieren

Gruppe B ( 33 Schüler ) lernte die Wahrscheinlichkeitsrechnung konventionell, mit Demonstationen an der Tafel und Berechnungen mit Papier und Bleistift

Da die psychologischen Studien von Prof. Daniel Kahneman zeigen, dass sehr viele Menschen sehr schlecht Wahrscheinlichkeiten richtig  berechnen und bei ihrer Entscheidungsfindung anwenden können, demonstrieren die obigen Ergebnisse, dass es wahrscheinlich sehr hilfreich ist, wenn Schüler im Unterricht, aber auch Erwachsene, Taschenrechner verwenden, um besser Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und sie häufiger bei ihren Entscheidungen richtig anzuwenden.

Eine interessante Anwendung,  in der Bayes-Wahrscheinlichkeiten mit Taschenrechnern berechnet werden, beschreiben Fred H. Edwards und Geoffrey M. Graeber:

Bayesian diagnostic theory using a programmable pocket calculator

( Computers in Biology and Medicine

Volume 17, Issue 6, 1987, Pages 401–404 )

Sie entwickelten ein Programm für den Taschenrechner, mit dem die relative Wahrscheinlichkeit gemäß der Bayes-Wahrscheinlichkeit, für 2 alternative medizinische Diagnosen berechnet werden kann. Dadurch soll es für Klinikärzte attraktiver werden, diese mathematischen Methoden anzuwenden, um ihre Diagnosen noch besser abzusichern.

In den Lebenswissenschaften findet die Bayes-Statistik vielfache Anwendungen, wie zum Beispiel die Diplomarbeit von Insa Winzenberg an  der Universität Oldenburg zeigt:

Bayes’sche Schätztheorie und ihre Anwendung auf neuronale Daten zur Reizkonstruktion

In dieser Arbeit wird untersucht, wie die Nervenzellen des Auges auf Lichtreize reagieren und welche Codierung das Nervensystem verwendet, um visuelle Informationen in eine Folge von Aktionspotentialen umzusetzen.

Es werden 2 Formen von Lichtreizen verwendet:

  • Die Frequenz der Lichtreize wird geändert, aber ihre Intensität wird konstant gehalten
  • Die Frequenz der Lichtreize wird konstant gehalten, aber ihre Intensität wird geändert.

Die Aktionspotentiale der Ganglienzellen werden jeweils gemessen und es werden verschiedene mathematische, statistische Berechnungsverfahren angewendet, um zu prüfen, mit welchen Berechnungsmethoden am besten von den Aktionspotentialen zurückgeschlossen werden kann auf die Reizung der Sehnerven.

Es werden folgende 3 theoretische Modelle verwendet:

  • Ratencode ( Frequenz ist entscheidend )
  • Latenzcode ( Zeitpunkt des 1. Aktionspotentials nach dem Auftreten des 1. Reizes ist entscheidend )
  • Bernoulli-Modell ( wichtig ist nur, ob ein Aktionspotential auftritt oder nicht )

Ergebnisse:

  • es zeigt sich, dass das optimale Zeitfenster für die Erfassung der Aktionspotentiale zwichen 79 und 95 ms liegt )
  • wird nur die Intensität des Lichtreizes geändert, reicht das Bernoulli Modell bereits aus.
  • wird die Frequenz des Lichtreizes geändert, liefert die Auswertung mit der Bayes-Statistik die besten Ergebnisse nach dem Ratencode – Modell.
  • Es gibt aber auch einige größere Abweichungen, die bisher noch nicht befriedigend mit irgendeinem in der Literatur diskutierten Modell erklärt werden können.

Kommentar:

  • die 3 Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, die Wahrscheinlichkeitsrechnung zu beherrschen, um sie richtig anwenden zu können.
  • Bei der Arbeit zur Untersuchung der Sehnerven und der Codierung der Signalübertragung, ist anzumerken, dass eventuell der reduktionistische Ansatz nicht ausreicht, um diese Fragestellung richtig beantworten zu können.

Prof Robert Sapolsky hat zu diesem Thema in seiner Vortragsreihe,

Human Behavioral Biology

in

Lecture 21: Chaos and Reductionism

einige interessante Bemerkungen gemacht, die hier nur kurz aufgeführ werden.

  • der Reduktionismus setzt voraus, dass komplexe Systeme in eine Hierarchie von einfacheren Systemen aufgeteilt werden können, wie zum Beispiel:
    • Körper – Organe – Zellen-Moleküle
    • und dass  damit das Gesamtsystem, in diesem Beispiel der Körper, erklärt werden kann.
  • der Reduktionismus wurde auf das visuelle Sysem   Auge  und  Neuronen im Gehirn angewendet und  als die ersten Experimente erfolgreich durchgeführt wurden, wurde geschlossen, dass der reduktionistische Ansatz richtig ist.

Es zeigte sich aber, dass diese Schlußfolgerung falsch ist, denn:

  • wird untersucht, wie senkrechte Linien und schiefe Linien erkannt werden, zeigt sich, dass nichts auf den übergeordneten Vernetzungsebenen der Neuronen passiert.

und Prof. Sapolsky schließt seinen Vortrag mit der Bemerkung:

  • es existieren nicht genügend Neuronen im Gehirn, um ein Gesicht zu erkennen, indem jedem Punkt des Gesichtes ein Neuron zugeordnet wird.
  • es existieren nicht genügend Gene in der DNA, um alle Strukturen im Körper und ihre Ausbildung durch eine 1:1 Abbildung zu codieren.
  • Daraus folgt, dass in der DNA einfache Regeln kodiert sein müssen, wie Strukturen im Körper gebildet werden sollen und da diese Regeln wenig Speicherplatz ( Gene ) benötigen und immer wieder angewendet werden können, kann die riesige Vielfalt  der Strukturen im Körper mit den,  im Vergleich dazu wenigen,  Genen kodiert werden.

Dr. Stephen Wolfram, der Gründer von Wolfram Research ( Algebra Computer Software: Mathematica ) hat eine umfangreiche  Arbeit durchgeführt, in der er zeigt, dass mit einfachen Verknüpfungsregeln komplizierte Strukturen gebildet werden können, die so komplex werden können, dass man aus ihnen nicht mehr auf die einfachen Regeln rückschließen kann.

Ausserdem  können sich alle Merkmale zeigen, die chaotische Systeme auszeichnen, wie zum Beispiel die Skaleninvarianz:

  • auf jeder Größenskala zeigen sich ähnliche Strukturen und es ist nicht möglich, eine Hierarchie von Strukturen aufzubauen und damit die Gesamtstruktur zu konstruieren.

Dr. Stephen Wolfram:

A New Kind of Science ISBN 157 955 0088

Auf der Webseite von Wolfram Research sind dazu  einige Beispiele dargestellt.

Cellular Automata

Es wird auch eine Animation von Game of Life   gezeigt, das erstmals  J.H. Conway 1970 beschrieb.

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Gehirntraining: Rechnen mit virtuellem Abakus trainiert die rechte Gehirnhälfte

Rechnen mit dem virtuellen Abakus

Durch EEG – Scans ist bekannt, dass die linke Gehirnhälfte bei  rationalem, reduktionistischem  Denken und die rechte bei holistischem, visuellem Denken aktiviert wird.

In China, Indien, Japan und Korea lernen Schüler noch mit dem Abakus zu rechnen und es gibt spezielle Trainigskurse, bei denen die Schüler lernen,  alle 4 Grundrechenarten sehr schnell mit dem Abakus durchzuführen  und  auch das Berechnen von Quadrat- und Kubikwurzeln.

Sie gehen aber einen entscheidenden Schritt weiter, indem sie trainieren, sich den Abakus nur bildlich vorzustellen und dann ebenfalls die Berechnungen schnell durchzuführen.

Diese Aufgabe beansprucht das Gehirn mehrfach:

rechte Gehirnhälfte

  • die feinmotorischen Bewegungen werden weiterhin durchgeführt
  • der Abakus wird visualisiert.
    • hilfreich dürfte sein, wenn der Abakus optisch gut in Gruppen unterteilt ist.

linke Gehirnhälfte

  • bei der Mulitplikation von Zahlen werden Teilmultiplikationen im Gedächtnis durchgeführt

Versuche von Prof Kimiku Kawauo  und EEG Scans belegen, dass beim Rechnen mit dem visualisierten Abkus vor allem die rechte Gehirnhälfte aktiv ist und die linke keine besonderen Aktivitäten zeigt.

Das ist im Gegensatz zu Versuchen, bei denen die Grundrechenarten mit Papier und Bleistift durchgeführt wurden.

Prof Michael Frank und Prof David Barmer führten Versuche durch, bei denen eine Gruppe, die im Rechnen mit dem virtuellen Abakus trainiert ist, Berechnungen durchführt und dabei gleichzeitig die Wörter einer vorgelesenen Geschichte wiederholen muss.

  • die Aufgaben wurden gelöst, aber mit etwas geringerer Geschwindigkeit
  • Die Vergleichsgruppe, die nicht mit dem Abakus rechnen kann, scheiterte an dieser Aufgabe vollkommen.

Aus diesen Versuchen schließen Frank und Barmer, dass das Rechnen mit dem virtuellen Abakus fast vollständig in der rechten Gehirnhälfte visuell und ohne Worte durchgeführt wird.

Die Vergleichsgruppe scheiterte, weil sie gewohnt war  das Kopfrechnen mit Worten durchzuführen und da die linke Gehirnhälfte bereits   durch das  ständige Nachsprechen der vorgelesenen Geschichte ausgelastet  war, konnte sie auch keine Berechnungen durchführen.

Prof Shizuku Aaiwa  bemerkt dazu:

Folgende Fähigkeiten werden durch das Rechnen mit dem virtuellen Abakus verbessert:

  • das numerische Gedächtnis
  • Erkennen  und Erinnern von räumlichen Mustern
  • allgemein das Lösen von mathematischen Aufgaben, wie sie in der Schule gestellt werden

Aber das konzeptuelle Denken wird nicht verbessert.

Aiwa weist insbesondere daraufhin, dass durch das übermäßige Training einer einzelnen mathematischen Fähigkeit,  das mathematische  Denken in festgelegten Bahnen abläuft und dadruch die Flexibilität, neue Lösungswege zu finden, verringert wird. Das zeigen auch Versuche zwischen Schülern in Japan und in den USA.

Dr. Toshio Hayashi vergleicht die linke Gehirnhälfte ( digitales Gehirn ) mit der rechten Gehirnhälfte ( analoges Gehirn )  und weist darauf hin, dass Versuche zeigen, dass es sehr wichtig ist, dass eine Tätigkeit Spaß macht, damit sie einen positiven Einfluß auf das Gehirn hat.

Er führt das auf die Wechselwirkung zwischen Archi- und Neocortex zurück und sieht es als wichtiges Lebensziel an, beide so zu trainieren, daß sie harmonisch zusammenarbeiten.

Kommentar dazu:

In den psychologischen Versuchen wird immer noch ausschließlich die reduktionistische Untersuchungsmethode angewendet.

Die Fragen, die von praktischem Interesse sind:

  • wie können Kinder so trainiert werden, daß sie Freude daran haben und dass beide Gehirnhälften optimal trainiert werden ohne die Kinder zu überfordern.
  • mit welchen Trainingsmethoden können beide Gehirnhälften mit dem geringsten Aufwand optimal trainiert werden ?
    • zum Beispiel polyphone Musik auf dem Klavier oder auf einer Orgel mit vollem Fußpedal spielen. Wie unterscheiden sich die Gehirnaktivitäten von Profi-Klavierspielern und Profi-Orgelspielern ? Wieviel Training ist nötig, damit sich bereits nach relativ kurze Zeit deutliche  und bleibende Auswirkungen auf die Gehirnaktivitäten zeigen ?
    • man weiß bereits, dass bei Profi-Violinspielern ein Bereich des Gehirns deutlich vergrößert ist.
  • wie wirkt ständiges Gehirntraining dem Erkranken des Gehirns entgegen ?
    • Nonnen zeigten bis ins hohe Alter ( über 80 ) kein Nachlassen ihrer geistigen Fähigkeiten, obwohl Gehirnuntersuchungen nach ihrem Tode zeigten, dass sie an Alzheimer erkrankt waren.
      • werden Bereiche des Gehirns durch ständige Wiederholungen so gestärkt, dass sie durch Teilausfälle von Gehirnbereichen nicht gestört werden ?

Vorträge von Dr. Conrad Wolfram:

Der  Dr. Wolfram, der Entwickler von dem Algebra-Computer Softwareprogramm Mathematika weist in einem Vortrag auf TED daraufhin, dass es heute wichtiger sei, dass die Menschen lernen, Lösungskonzepte zu entwickeln und dafür fortgeschrittene Mathematik-Software verwenden.

Es sollte  nicht mehr  zuviel Zeit  darauf aufgewendet werden, die Lösungsverfahren in der Mathematik zu trainieren. Es reicht, wenn Spezialisten das beherrschen und ihr Wissen dann in Mathematik-Software anderen zur leichten Anwendung bereistellen.

Eine Gesellschaft muß heute so ausgebildet werden, dass sie wirkungsvolle Lösungskonzepte für Ihre Probleme entwickeln kann  and alle dafür bekannten Berechnungs-  und Simulationsmethoden beherrscht und anwendet.

Weitere Vorträge von Dr. Conrad Wolfram:

Kindern wirkliche Mathematik mit Hilfe von Computern lehren.

Stop teaching calculating, start teaching math.

Computation is destined to be the defining idea of our future

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