Book-Reviews: Writing a novel with Scrivener

David Hewson

Writing a Novel with Scrivener


David Hewson is a bestselling author of more than 16 novels and he uses since several years the software program Scrivener, to write his novels.

In this eBook he describes, what features of Scrivener he uses, to plan, write and publish his novels. His perspective is that of a user, not an expert  of Scrivener. He explains Scrivener for Mac users and for Windows users.

But it is a good start to read his book, before one uses the manual of Scrivener, to study more details, because he warns every writer, not to use more features for his writing workflow, than what is really needed and he focuses onto these features.

His English is easy to read.

If someone uses the German version of Scrivener, it may be good, to use English as the standard language for Scrivener, because then it is easier,  to follow, when David explains some details.

Use following sequence:

Hauptmenü –> Werkzeuge –> Optionen –> Start Optionen ( Wähle Sprache = English )

  • Scrivener must get closed and then started again, so that all menus are  in English.

A lot of other languages can  also be used. But I did not yet check, if then also  the fonts of these languages are used automatically, when writing a text. That could  be a great benefit of course. But the problem might be, that one would have to train, to use an other keyboard arrangement.

Writing a Novel with Scrivener  is available at Amazan as an eBook for the Kindle Readers.

Price: 5 euro

At present it gets edited. But for Kindle users this is no problem, because they will get the newest versions anyway.

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Software: Bücher schreiben mit Scapple und Scrivener

Jeder, der schon einmal mit Microsoft-Word oder Libre-Office ein Buch geschrieben hat, wird erfahren haben, dass es recht mühsam ist, weil es umständlich ist, das Buch zu strukturieren und weil oft Schwierigkeiten bei der Formatierung des Buches auftreten.

Zur Zeit konzentriere ich mich zwar vor allem darauf, eBooks zu schreiben, die mit den Kindle-Lesegeräten von Amazon gelesen werden können, weil in diesen eBooks viele Hyperlinks auf Informationsquellen im Internet enthalten sind und  eBooks haben in dieser Hinsicht entscheidende Vorteile gegenüber gedruckten Büchern.

Gedruckte Bücher haben aber nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, sei es, dass sie drucktechnisch und buchbinderisch hervorragend ausgestattet sind, so dass es ein Genuss ist, sie zu lesen  ( zum Beispiel  in Leder gebundene Gedichtbände ) oder weil sie in größeren Seitenformaten gedruckt werden können, so daß insbesondere Zeichnungen oder mathematische Ableitungen besser zu lesen sind als auf den relativ kleinen Bildschirmen von eBook-Lesegeräten.

Zusätzlich ermöglichen  gedruckte Bücher, dass der Leser sich Notizen reinschreiben kann. Wegen all dieser Vorteile können gedruckte Bücher (  print book on demand ) auch eine sehr gute Ergänzung zu eBooks sein.

Für das Schreiben und Veröffentlichen von eBooks können wir den Jutoh-Editor empfehlen, den wir immer verwenden und für den wir in einem  eBook im Detail beschreiben, wie damit eBooks für den Kindle geschrieben und bei Amazon veröffentlicht werden können.

Bücher, die erst nach dem Kauf gedruckt und an den Käufer geschickt werden ( print book on demand ) bieten folgende Vorteile:

  • geringe Kosten für den Autor
  • Buch kann immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden
  • sehr gute Ergänzung zu einem eBook
  • sehr gut zum Erstellen von Kursmaterialien und für Fernlehrgänge geeignet
  • gedruckte Bücher unterstützen anscheinend das Gedächtnis besser, sich an an den Inhalt zu erinnern, da haptische und andere visuelle Reize beim Lesen mit dem Inhalt des Buches verknüpft werden. Dazu sind uns aber noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt.

Wahrscheinlich werden sich  eBooks und print on demand Bücher unabhängig aber auch in Kombination entwickeln, um die Vorteile beider zu nutzen.

Deshalb möchten wir in Zukunft etwas damit experimentieren, um herauszufinden, welche Synergieeffekte genutzt werden können, wenn beide Buchformen verwendet werden.

Als wir aber versuchten, Bücher  für den Druck zu schreiben, wofür ein Buch anders als ein eBook formatiert werden muss, stießen wir auf die oben genannten Probleme.

Versuche mit Softwareprogrammen von Adobe, die wohl sehr gut sein mögen, die aber sehr frustierend  zu handhaben sind, motivierten uns, nach weiteren Softwareprogrammen zu suchen, die intuitiver zu handhaben sind und besser darauf ausgelegt sind, eBooks und gedruckte Bücher parallel zu planen, denn das ist wichtig, damit beide Buchformen ein harmoinisches Ganzes bilden.

Langer Rede kurzer Sinn:

wir verwenden jetzt Scrivener, das Schwesterprogramm zu Scapple, das wir bereits auf diesem Blog beschrieben haben.

Nachem wir uns jetzt recht gut in Scapple eingearbeitet haben, sehen wir, dass wir zusätzlich zu den zwei   21″ Bildschirmen, die wir immer verwenden,  noch einen viel größeren Bildschirm benötigen, damit wir die Vorteile  von Scapple voll nutzen können.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich ein Bildschirm mit Notizzetteln und Bildern füllen läßt, wenn man Informationen für das Schreiben von Büchern sammelt und  sie strukturieren möchte.

Scrivener wurde als Textschreibprogramm für  Schriftsteller entwickelt und man merkt, dass es von Schriftstellern konzipiert wurde, die ihren Arbeitsfluss beim Schreiben vereinfachen wollen.

Scrivener hat folgende Funktionen:

  • Verwenden von Karteikarten ( auch die von Scapple)
  • Verwenden von Gliederungen
  • Pinwand
  • 2 Seiten-Editor, so dass Fachartikel und die zu schreibende Seite nebeneinander angezeigt werden können
    • das ist auch sehr praktisch für Übersetzungen
  • hat mehrere Formatvorlagen zum Schreiben von:
    • Drehbüchern
    • Novellen
    • Sachbüchern
    • TV-Stücke
  • Textdokumente können einzeln bearbeitet, beliebig organisiert und  zu einem einzigen Dokument zusammengefügt  werden
  • Dokumente können  in die wichtigsten Textformate exportiert werden wie unter anderen in:
    • pdf
    • rtf
    • epub
    • Kindle-Format
  • last but not least:  automatische backups. Diese Option sollte immer aktiviert werden. Nichts ist frustierender, als wenn mehrere fertige Seiten plötzlich im Nirvana verschwinden.

Aufbau von Scrivener:

  • oben ist die Menüleiste
  • links  ist die Ordneransicht
  • in der Mitte ist die Editoransicht

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Zu Scrivener gibt es Tutorials, Handbücher und bei Amazon auch einige Anleitungsbücher in Deutsch.

Zur Zeit arbeite ich mich noch in Srivener ein und benutze dafür neben den von Scrivener bereitgestellten Informationen auch einige dieser Bücher.

Scrivener eignet sich sehr gut, um Kurzgeschichten oder Romane zu schreiben und der Bestsellerautor David Hewson beschreibt, wie er Scrivener dafür verwendet.

Siehe:

Book-Reviews: Writing a Novel with Scrivener

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Visual language maps und Scapple

Eine visual language map  kombiniert die Vorteile, die Struktur von miteinander verknüpften Informationen graphisch übersichtlich darzustellen und Detailerklärungen als Text hinzuzufügen.

Die Softwareprogramme, die darauf spezialisiert sind, visual language maps zu erstellen, konzentrieren sich auf die graphische Darstellung und vernachlässigen etwas, Texte gut zu formatieren und weiterzuverarbeiten.

Das Softwareprogramm Scapple vermeidet dieses Ungleichgewicht.

Es hat folgende Funktionen:

  • Notizzettel können auf einem beliebig großem, virtuellen Blatt erstellt, editiert, verschoben und zu Gruppen zusammengefaßt oder miteinander durch Pfeile verbunden werden.
  • Da das virtuelle Blatt sehr groß sein kann ( wahrscheinlich nur durch den Arbeitsspeicher des Computers begrenzt ) können Tausende von Notizzetteln
  • bearbeitet und übersichtlich dargestellt werden.
  • Notizzettel können auch mit Rahmen und Farben gekennzeichnet werden.
  • Notizzettel können zu Stapeln übereiandergelegt werden.
  • Scrapple kann mit seinem Schwesterprogramm Scrivener zusammenarbeiten:
    • Notizzettel können von Scrapple nach Scrivener gezogen werden und dort auf einer Pinwand angeheftet oder in einen Ordner abgelegt werden.

Scapple kann 30 Tage kostenlos erprobt werden und kostet ca. 15 UsDollar

Scapple- Webseite

Hier ein Beispiel, in dem das Quickstart-Manual  mit Hilfe von Scapple dargestellt wird.

QuickStart

Im Vergleich zu Mindmap oder Concept-Softwareprogrammen, bietet Scapple völlige Freiheit, wie Informationen in Form von Bildern, Graphiken oder Text angeordnet werden.

  • beliebige Anordnung von jedem Notizzettel
  • Gruppierung
  • Stapelbildung
  • Import-und Exportfunktionen, so dass Informationen mit anderen Programmen ausgetauscht werden können, insbesondere auch mit Scrivener, mit dem auch lange und schwierige Textdokumente strukturiert und geschrieben werden können.

Arbeitet man mit Mindmap oder Concept-Map Softwareprogrammen, so ist eine Struktur vorgegeben und nur die Notiz wird angezeigt, deren Ast aktiviert wurde.

Die Arbeitsweisen unterscheiden sich also wesentlich und man muss wahrscheinlich etwas experimentieren, wie beide am besten in den Arbeitsfluss eingebunden werden.

Da Scapple  eine riesige, virtuelle Pinwand ist, kann sie auch für die Zusammenarbeit in einem virtuellen Team genutzt werden.

Dabei bieten sich 2   verschiedene Möglichkeiten für die Zusammenarbeit an:

  • internet-Videoconferencing, zum Beispiel mit Skype
  • oder via Dropbox:  Die Pinwand wird in Dropbox gespeichert:
    • jedes virtuelles Teammitglied hat Scapple auf seinem Rechner installiert
    • Probleme können auftreten, wenn mehrere Teammitglieder gleichzeitig Änderungen vornehmen.  Das muß also vorher abgesprochen werden.
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Informationen graphisch darstellen und strukturieren

In den letzten 20 Jahren wurde in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten untersucht, wie Informationen und ihre Zusammenhänge übersichtlich dargestellt werden können, so daß ein Leser einen schnellen Überblick über die Struktur der Informationen erhält, aber auch sehr schnell mehr Detailinformtionen erhalten kann.

Für die Textanalyse wurde das Konzept  der  concept maps entwickelt;  Subjekt und Objekt werden durch einen Pfeil miteinander verbunden, an dem das Verb steht.

Die Doktorarbeit von Rob Kramer

Constraint Graphs: A Concept Map Meta – Language

gibt einen sehr guten Überblick, was unter  dem Begriff  visual language zu verstehen ist.

  • Experimente von Nosek und Roth belegen, dass visuelle semantische Netzwerke besser zu verstehen sind als Texte.
  • Anwendungsbeispiele  sind:
    • Entwicklung von Softwareprogrammen
    • Entwicklung von Designs
    • Entscheidungsfindung
    • Datenbanksuche
    • Erzeugen und Verstehen von Sprachen
  • Smith führt psychologische Arguemente an, warum „visual languages“ verwendet werden sollten.

Hier ein Beispiel einer concept map  aus der Doktorarbeit von Bob Kramer:

Eine sehr gutes Softwareprogramm, das international von vielen Universtitäten verwendet wird, ist  Cmap

Dieses Programm wurde am IHMC  (  Florida Institute for Human & Machine Cognition ) entwickelt und es gibt dazu umfangreiche Dokumentationen und weltweit viele Arbeitsgruppen.

Erfahrungen in Schulen werden auf der Webseite in Neuseeland  dargestellt.

Learning Network NZ


Mit Cmap  lassen sich Strukturen gut darstellen, aber es fehlen noch die Funktionen, um damit  visual language maps  erstellen zu können.

In dem Buch von Kim Marriott und Bernd Meyer

Visual Language Theory

sind viele Fachartikel dazu enthalten. ( kann kostenlos online gelesen werden )

In ihrem Vorwort beschreiben sie als wesentlichen Unterschied zur Sprache oder zu  Worttexten, dass die Informationen in visual language maps nicht sequentiell dargestellt werden, sondern so, daß sie auf einen Blick erfasst werden können ( parallel )

Landkarten und technische Zeichnungen zeigen, daß sehr komplexe Informationszusammenhänge übersichtlich dargestellt werden können, die mit Worttexten kaum beschrieben werden könnten und  die in Textform  völlig unverständlich wären.

Hier einige Beispiele, die zeigen sollen, wie mit einer sehr guten  Visual languge map es möglich ist, sich sehr schnell in ein Thema einzuarbeiten.

Alle Beispiele sind von der Webseite ThinkCompose

Von dieser Webseite kann auch die gleichnamige, kostenlose  Software ( open source license )  runtergeladen werden, mit der mindmaps, concept maps und visual language maps erstellt werden können.

Download link: für die Software

Download link für das Manual:


https://i0.wp.com/www.thinkcomposer.com/Content/domuses/ThinkComposer-Domain-Concept-Mapping.jpg

https://i0.wp.com/www.thinkcomposer.com/Content/domuses/ThinkComposer-Domain-Timeline.jpg

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Was nützt uns heute noch die Philosophie ?

Im alten Griechenland wurde die Philosophie  ( „Liebe zur Weisheit“) das erstemal im Abendland entwickelt. Es wurde versucht, aus Beobachtungen und einigen Grundannahmen, richtige Schlußfolgerungen zu ziehen und herauszufinden, mit welchen Denkmethoden das möglich ist.

Bekannt ist der Griechische Philosoph Platon, der in allen seinen Schriften seinen tief verehrten Lehrer Sokrates,  in Dialogen mit anderen eine Fragestellung untersuchen läßt.

Sokrates geht von dem Grundsatz aus, daß er nur eine Tatsache mit Sicherheit weiss:  dass er nichts weiss und das er dies  nur deshalb mit Sicherheit weiss, weil das Orakel von Delphi ihm das verkündet hatte. Also beruht seine Sicherheit auf einer göttlichen Aussage; denn er glaubte an die Griechischen  Götter.

Zitat aus wikipedia.de:

Nach Xenophons Version lautete die Orakelauskunft, dass niemand freier oder gerechter oder besonnener sei als Sokrates:

Aus diesem Orakelspruch leitete Sokrates, dem sein Nichtwissen vor Augen stand, Platon zufolge den Auftrag ab, das Wissen seiner Mitmenschen zu prüfen, um sich dessen zu vergewissern, was die Gottheit gemeint hatte.

Zitat von Sokrates:  ( aus  der Sammlung:   Aphorismen.de)

Dieser meint etwas zu wissen, obwohl er nicht weiß, ich aber, der ich nichts weiß, glaube auch nicht zu wissen.

Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, weil ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.

Anmerkung:  In dieser Aphorismensammlung sind auch einige sehr amüsante Zitate, die aus unserer heutigen Zeit stammen könnten. Es lohnt sich also, sich einmal alle Zitate dort anzusehen.


Sokrates wendet in seinen Gesprächen immer die Methode an, eine Fragestellung schrittweise an konkreten Beispielen zu untersuchen:

  • Beispiele aus dem täglichen Leben
  • aus der Politik
  • aus dem Handel
  • der Schiffahrt usw.

Da er häufig Besucher aus anderen Gegenden des Mittelmeerraumes hat, befragt er sie auch immer nach den Gebräuchen und rechtlichen Grundsätzen in ihren Ländern.

Bei dieser Denkmethode, eine Folge von analogen Beispielen durchzugehen, um zu einer abstrakten Erkenntnis zu gelangen, ergibt sich das Problem dass mit jedem analogen Beispiel ein Fehler in die Kette der Schlußfolgerungen eingeführt wird.

So ist es zum Beispiel verführerisch, den obersten Politiker in einem Staat mit dem Kapitän auf einem Schiff zu vergleichen und dann aus der Handlungsweise des Kapitäns auf die des Politikers rückzuschließen, aber es ist klar, daß beide nicht vergleichbar sind:

  • der Kapitän beherrscht einen relativ kleinen, direkt überschaubaren Bereich und muß neben organisatorischen Problemen und der Menschenführung, die sich auf Befehl und Gehorsam stützt,  sich nur mit den Naturkräften auseinandersetzen.
  • der Politiker muss sehr viel mehr Menschen davon überzeugen, dass er die richtigen Lösungskonzepte für gesellschaftliche oder wirtschaftliche Probleme hat. Und wenn er nicht ein Tyrann ist, muß er sich darum bemühen, eine Mehrheit zu erhalten. Er hat also viel komplexere, gruppendynamische Prozesse zu beachten als ein Kapitän.

Neben den Schlußfolgerungen aus analogen Beispielen entwickelt Platon  auch die Begriffe, die in der Umgangssprache verwendet werden, schrittweise zu immer abstrakteren Begriffen  und versucht, damit ein  Begriffsgerüst zu erstellen, mit dessen Hilfe richtige Schlußfolgerungen gezogen werden können.

Das Grundproblem dabei ist, daß auch die abstraktesten Begriffe immer auf konkretem Erfahrungswissen beruhen und da sie sich zusammen mit der Sprache entwickelt haben, sind sie nur richtig, solange sie im Bereich des Erfahrungswissens angewendet werden.

Beispiele:

Kraft:

So wird durch die Sprache ausgedrückt, was mit Kraft gemeint ist und dieser Begriff wird in der Physik durch eine Formel in  abstrakter Form  dargestellt.

Untersucht man aber, was bei einer Krafteinwirkung auf der Ebene der Atome passiert, sieht man, dass es sehr schwierig wird, genau anzugeben, wie eine Kraftübertragung überhaupt stattfindet.

Kausalitätsgesetz

Im Hinduismus und im Buddhismus wird die Grundannahme gemacht, dass  es für alles eine Ursache ( Gesetz des Dharma )  gibt  und dass daraus zwangsläufig folgt, dass es die Wiedergeburt gibt. In useren früheren Leben haben wir die Grundlage für unsere heutigen Lebensumstände gelegt. Daraus wurde  auch die Berechtigung für das Kastensystem abgeleitet.

  • Bisher gibt es keinen einzigen, wissenschaftlich gesicherten Fall für eine Wiedergeburt.

Der griechische Philosoph Epikur sagt dasselbe aus:   „Nichts ensteht aus Nichts.“

Der Englische Philosoph David Hume zweifelt allerdings an dem Kausalitätsgesetz und meint, dass wir nur eine Folge von Ereignissen durch unsere Sinne beobachten können und nicht sicher sein können, daß es überhaupt ein Kausalitätsgesetz gibt.

Der Deutsche Philosphe  Kant zeigt, daß uns unser Denken, das auf Sprache beruht,  in Widersprüche führen kann.

In Indien, China und Japan wurden auch andere Methoden entwickelt, die Wahrheit zu erkennen:

  • Die Yogis ( 8 facher Pfad nach Patanjali ), versuchen, das Denken in Begriffen zu überwinden und einen geistigen Zustand zu erreichen, in dem sie frei von körperlichen Empfindungen und von Gedanken sind. Auch das ich-Gefühl soll dabei überwunden werden.
    • Im 20. Jahrhundert hat der große Yogi  Sri Ramana Maharshi wiederholt erklärt, wie das ich-Gefühl überwunden werden kann.
  • Die Buddhisten versuchen, denselben geistigen Zustand zu erlangen, wenden aber auf dem Pfad dahin auch philosophische Methoden an, die die buddhistischen Mönche in täglichen Diskussionen trainieren.
    • Eine besondere Methode, die Beschränkungen, die das Denken in Begriffen erzeugt, zu überwinden, hat der Buddhismus entwickelt, als er von buddhistischen Mönchen nach China gebracht wurde.

In dem umfangreichen Werk:

Bi-Yän-Lu:  Meister Yüan’s Niederschrift von der Smaragdenen Felswand

( um 1100 n. Chr )

wird an vielen Beispielen mit ausführlichen Kommentaren gezeigt, wie das begriffliche Denken überwunden werden kann.  ( Im japanischen Zen-Buddhismus, sind das die bekannten Koan’s )

  • Die Grundlehre ist, dass es ein alles durchdringendes geistiges Feld gibt, auf dem alles beruht und das der Mensch dieses geistige Feld erfahren und damit verschmelzen kann, wenn er bestimmte Übungen durchführt.

Das Abendland wurde erst im 18. und 19. Jahrhundert besser mit diesen Lehren bekannt und der Deutsche Philosoph Schopenhauer wendete dieses Wissen an, um den Erkenntnisprozess zu untersuchen:

Schopenhauer:

Die Welt als Wille und Vorstellung

Vergleichen wir, wie die Philosophen seit ca. 2500 Jahren immer wieder dieselben Fragestellungen mit den ihnen bekannten Fakten untersuchen und nie zu abschließend dauerhaft gütligen Urteilen gelangen   – häufig beschimpft ein Philosoph auch recht derb seinen Kollegen:  Schopenhauer beschimpft Hegel zum Beispiel- , so fragt man sich, was uns heute die Philosophie überhaupt noch nützt:

  • Die Naturwissenschaften und die Mathematik  haben sehr viel mehr gesichertes Wissen geschaffen als die Philosophie.

Meines Erachtens gibt es folgende Gründe, sich mit den Erkenntnissen in der Philosophie zu beschäftigen:

  • wir können lernen, wie aus dem Fundus von gesicherten Tatsachen,  und mit einigen  intelligenten Vermutungen,  Schlußfolgerungen gezogen werden können.
  • wir lernen Fragen zu stellen und bloße Behauptungen oder Vermutungen skeptisch zu untersuchen.

Was wir anscheinend nicht von der Philosophie erwarten dürfen,  ist, daß sie richtige Antworten liefert, denn sie arbeitet zwangsläufig mit dem unvollkommenem Vehikel der Sprache, die sich im Laufe der Jahrtausende entwickelt hat und die durch die, mit   unseren Sinne erfahrbare und gefilterte Umwelt,   geprägt wurde.

Alle philosophischen Überlegungen stoßen deshalb immer  wieder an dieselben Grenzen.

Es fragt sich, ob wir ohne Sprache Philosophie betreiben können:

  • Ist es möglich, ähnlich wie in der Mathematik, Symbole zu verwenden und damit eine Symbolsprache für die Philosophie zu entwickeln, die nicht mehr durch die natürliche Sprache beeinflußt ist ?
  • Bliss hat in seiner Symbolsprache  „Bliss-Symbolics“ bereits eine Symbolsprache entwickelt, die für die globale Kommunikation verwendet werden könnte und eine ähnliche Symbolsprache sollte auch für die Philosophie entwickelt werden können.
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Kommunikation: Webseite oder Blog ?

Als Autor von eBooks  sollte man auch versuchen, in Kontakt mit den Lesern zu kommen, damit man mit ihnen diskutieren kann, was in dem eBook korrigiert, besser erklärt oder ergänzt werden sollte.

Und insbesondere bei Wissenstransfer-eBooks ist das sehr wichtig, da das Ziel nicht nur  Wissensvermittlung ist.  Der Leser soll  mit möglichst geringem Aufwand das Themengebiet verstehen und sich neue Fähigkeiten aneignen, so daß er selbständig damit Probleme lösen kann.

Da jeder Leser einen anderen Wissensstand hat, ist es unvermeidlich, dass Verständnisschwierigkeiten auftreten können, die sich am besten durch direkten Kontakt mit dem Autor beheben lassen. Und der Leser kann viele Frustrationen vermeiden, wenn er schnell direkte Hilfe von dem Autor erhält. Umgekehrt kann der Autor viel von dem Leser lernen, denn Kommunikation mit interessierten Lesern hilft auch, die eigenen Denkfallen und Vorurteile zu erkennen, so daß man sie eventuell vermeiden kann.

Dafür wäre allerdings eine globale Kommunikation ideal, die aber durch Sprachbarrieren erschwert wird.

Die Frage ist, was die besten Kommunikationsmöglichkeiten für Leser und Autor sind:

  • Gedankenaustausch  mit emails
  • Diskussion auf einem Blog, so dass auch andere  Leser davon profitieren oder an der Diskussion aktiv teilnehmen können. Erfahrungsgemäß scheuen sich viele Teilnehmer anfangs, aktiv an Diskussionen auf einem Blog teilzunehmen, weil sie fürchten, dass sie dumme Fragen stellen könnten, worüber andere dann lachen.  Es gibt aber keine dumme Fragen; jede Frage zeigt, dass man nachgedacht und bemerkt hat, dass man etwas nicht versteht. Man ist also lernbegierig. Außerdem kann man ein Pseudonym verwenden.
  • online Inernet-Besprechungen mit Hilfe von Skype oder ähnlichen Internet-Diensten, sind sehr gut für kurzfristig angesetzte Besprechungen – sozusagen auf Zuruf- geeignet. Der Kreis der aktiven Diskussionsteilnehmer sollte nicht zu groß sein. ( maximal 5 Personen )
  • online webinare, benötigen eine gute Vorbereitung und je nach Anzahl der Teilnehmer sind sie eher wie Vorträge oder Vorlesungen zu betrachten. Sie können den Inhalt eines eBooks gut ergänzen, die Teilnehmer sind aber recht passiv und Versuche zeigen, dass passives Hören eines Vortrages einen recht geringen Lerneffekt hat.

Die übliche,  eher statische Webseite ist für die Kommunikation nicht gut geeignet; ihre Rolle übernimmt das eBook .

Besser geeignet ist ein Blog, da er sich nicht starr an ein Ordnungsschema halten muss.

Eine grobe Ordnung kann durch einige online-Seiten vorgegeben werden, mit denen der Umfang des Themenbereichs skizziert werden kann.

Als Blogsoftware verwenden wir wordpress. Der Blog kann bei wordpress.org selbst eingerichtet werden oder auf der Webseite eines  website-hosts.

WordPress.org beschränkt  aus Sicherheitsgründen die Möglichkeiten, den Blog mit plug-ins zu ergänzen.  Wenn diese Möglichkeiten genutzt werden sollen, muß der Blog auf einer Webseite installiert werden, was relativ einfach ist.

Allerdings sollte genau überlegt werden, ob das dadurch entstehende Sicherheitsrisiko akzeptabel ist.

Werden Dokumente zum Runterladen angeboten, ist ein Internetdienst wie Dropbox wahrscheinlich am besten geeignet, zu dem die Leser das Passwort erhalten. Die Dokumente in Dropbox können mit den Dokumenten auf dem Computer synchronisiert werden, so dass sie leicht immer auf dem neuesten Stand gehalten werden können. Dadurch wird der Umfang des Blogs nicht zu groß.

Das recht kleine Bildschirmformat von eBook-Lesegeräten und die Beschränkungen die das epub-Format vorgibt, verursachen Probleme, wenn größere Tabellen, oder hochauflösende Fotos ausgetauscht werden sollen. Dann ist es besser,  ein Din A4 Format zu verwenden und die Dokumente im pdf-Format auszutauschen. Auch lauffähige Softwareprgramme können dann ausgetauscht werden.

Damit vermieden wird, dass Spammer die Kommunikation behindern, sollten Leser und Autor Passwörter vereinbaren, die sie häufiger ändern.

Ein Blog hat den Nachteil, dass der Zugriff auf Diskussionsbeiträge nach einigen Monaten immer umständlicher wird. Das ist dann der richtige Zeitpunkt, alle Beiträge in einer Neuauflage des eBooks zu verarbeiten; man sollte sie aber auf dem Blog belassen, damit die Suchmaschinen den Blog finden.

Da die Leser ihr eBook immer mit der Neuauflage  bei Amazon  synchronisieren können,  profitieren sie davon, dass alle Diskussionsbeiträge in übersichtlicher und überprüfter Form in der Neuauflage enthalten sind. Zusätzliche Kosten fallen für die Stammleser nicht an.

Noch eine Bemerkung zu den verschiedenen Empfehlungen: Ich empfehle im allgemeinen nur das, was ich selber verwende. Dafür habe ich vorher viele Angebote miteinander verglichen und ausprobiert und häufig auch viel Lehrgeld in Form von Geld und Zeit investiert.

Zum Beispiel habe ich einige Webseiten mit Hilfe des Softwareprogramms website x 5 erstellt. Das Programm ist relativ einfach zu bedienen ( Arbeitsaufwand 20 bis 30 Stunden ), aber es hat einen entscheidenden Nachteil:

  • wenn das Programm einmal neu installiert werden muß, gibt es große Probleme mit der Registrierung. Das hat mich am Ende so frustriert, dass ich mit diesem Programm nicht mehr arbeite.

Außderdem habe ich darüber nachgedacht, ob eine statische Webseite wirklich das geeignete Medium für den Autor eines eBooks ist und kam zu dem Schluß, dass ein Blog dafür viel besser geeignet ist.

Als Blogsoftware verwende ich wordpress,  das eine open-source-Software ist. Diesen Blog habe ich bei wordpress.org installiert, da ich den Schutz gegen Spam für wichtig halte und dafür auf andere Möglichkeiten verzichte, den Blog mit plug-ins zu bereichern.

Arbeitet man mit einer online-Software, hat man einige weitere Vorteile:

  • keine Installationsprobleme, die eventuell durch die firewall auf dem Computer verursacht werden.
  • man arbeitet immer mit der neuesten Version der Software
  • Keine Probleme mit dem Hochladen von geänderten Seiten oder Dokumenten
  • Nachteile könnten Sicherheitsprobleme sein. Deshalb sollten sicherheitsrelevante Dokumente nicht online bearbeitet werden, sondern am besten auf einem Computer, der nicht mit dem Internet verbunden ist.

Mein Arbeitsfluss ist also:

  • auf dem Blog kurze Beiträge veröffentlichen, die zeigen, an welchen Fragestellungen ich gerade arbeite. Dadruch zwinge ich mich selbst, bereits gut lesbaren Text zu schreiben und die Fakten so gut wie möglich zu überprüfen und Leser können jederzeit mit mir darüber diskutieren.
  • ein eBook schreiben und bei Amazon veröffentlichen
    • einen Extra-Blog für dieses eBook einrichten, falls es dazu größeren Diskussionsbedarf gibt.

Noch eine Abschlußbemerkung:

In einigen Ratgebern zum Erstellen von eBooks  findet man den Ratschlag, sich anzusehen, was die Mehrzahl der Leser lesen möchte, weil dadurch die Chancen  wesentlich vergrößert werden, sein eBook zu verkaufen und Geld damit zu verdienen.

Ich folge einem anderen Pfad durch den Dschungel der Informationen:

  • ich beschäftige mich mit den Themen, die mich interessieren.
  • ich schreibe Blogbeiträge und eBooks dazu, weil mir beides hilft, etwas besser zu verstehen. Der Lernerfolg ist einfach viel größer.
  • Auch wenn ich vielleicht der einzige Leser sein sollte, so ist es doch sehr tröstlich, dass ich zumindest einen sehr aufmerksamen und interessierten Leser habe. Wieviele Autoren können das schon von sich behaupten 🙂
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Software: Staroffice 9

Staroffice ist seit vielleicht 20 Jahren auf dem Markt und wird  von Sun immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ich arbeite damit lieber als mit der  Microsoft Office Suite, da es stabiler läuft und die Menüs logischer aufgebaut sind.

Es  kostet nur ca. 15 euro, wenn es auf  DVD gekauft wird und kann auf bis zu 4 Rechnern installiert werden.

Das Handbuch in deutsch wird als als eBook im pdf-Format auf einer 2. DVD geliefert.

Staroffice ist auch als open source program verfügbar und heißt dann OpenOfficeSuite oder LibreOfficeSuite.

Bei Staroffice auf DVD kann man sicher sein, daß keine Viren oder andere Schadsoftware auf der DVD enthalten sind.

Wird es auf einem Rechner installiert, der nicht mit dem Internet verbunden ist, kann man einigermaßen sicher sein, dass man auch in Zukunft auf diesem Rechner nicht von Schadsoftware behelligt wird.

Und das ist sehr wichtig, wenn Dokumente an andere per email-Anhang verschickt werden.

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Skillfeed

Skillfeed  beendet  leider seinen Dienst Ende September 2015. Das ist recht bedauerlich, da die Videos sehr gute Instruktionen zeigten.

Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Vielleicht steht ein Käufer dahinter, der es in anderer Form weiterführen will.

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Große Denker der Menschheit: 1.33 Georg Simmel: Kant und Goethe

1913 hat Georg Simmel seine Überlegungen zu Kant und Goethe veröffentlicht. Das eBook kann kostenlos bei Amazon runtergeladen und entweder mit den Kindle-Lesegeräten oder mit der von Amazon  für PC’s verfügbaren Apps  gelesen werden.

Georg Simmel

Kant und Goethe

Kant sagt, daß wir über unsere Sinne ein Objekt erfassen und aus den Sinnesempfindungen ein abstraktes, geistiges Abbild des Objekts erschaffen, über das wir dann nachdenken können. Im folgenden einige Kernaussagen aus der Untersuchung von Georg Simmel:

Die geistige Einheit, von der beide, im Gegensatz zum Sensualismus und Rationalismus, das Erkennen tragen lassen, ist bei Kant im Grunde eine mechanistische, bei Goethe dagegen eine vitalistische zu nennen.

Kant spricht aus unserer wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeit heraus, die für ihn das Sein einschließt, Goethe aus dem Sein heraus, das für ihn auch unsere Erkenntnis einschließt.

Kant bestimmt die Schranken des Weltbildes selbst, soweit er es als wissenschaftlich anerkennt, gegenüber dem Ideal der unbedingten Einheit der Dinge.

Für Goethe andererseits wird die Grenze, bis zu der die Analyse gehen darf durch ein nicht weniger bestimmtes Kriterium gegeben, sie ist ihm von dem Punkt an unzulässig, wo sie die Schönheit der Dinge zerstört.

Schönheit, so könnte man in Goethe’s Sinne sagen, ist die Form, in der Stoff und Idee oder Materie und Geist sich gegenseitig innewohnen.

Kant’s zentraler Gedanke beruht hier auf der völligen Scheidung zwischen der Sinnlichkeit und der Vernunft; einen Wert erhalte das Handeln erst dadurch, daß es unter absoluter Rücksichtslosigkeit gegen die erstere ( Sinnlichkeit) ausschließlich der letzteren ( Vernunft )  gehorche.

Goethe hält die sittlich-praktische Tüchtigkeit – so wie Kant auch –  für das höchste Primat. ( Primat = höchste Ziel )

Kant’s Ethik beruht auf dem unversöhnlichen Wertunterschied zwischen der sinnlichen und der vernünftigen Seite unseres Wesens. Für Goethe ist dieser christliche Dualismus der Todfeind.

Kommentar

Kant und Goethe haben dasselbe Ziel:   Sie wollen die Welt und die Menschen so gut wie möglich verstehen.

Beide verwenden dazu entgegengesetzte Denkweisen:

  • Kant geht von möglichst wenigen, recht abstrakt formulierten Grundannahmen aus und versucht daraus, eine Begriffsstruktur zu entwickeln, mit der er die durch unsere Sinne erfassbare Welt erklären kann. Dabei macht er die Erfahrung, dass unser Denken in Widersprüche geraten kann, wenn die Grundannahmen zu allumfassend gewählt werden.
  • Goethe versucht, die Welt so unvoreingenommen wie möglich auf sich wirken zu lassen und einen Gesamteindruck von ihr zu gewinnen. Er verwendet keine abstrakten Begriffe.

Beide Denkweisen beschränken die möglichen Erkenntnisse.

  • Kant muss viele Einzelfälle und ihre Zusammenhänge mit anderen  vernachlässigen, damit er überhaupt abstrakte Begriffe entwickeln kann und bildet deshalb nur einen sehr kleinen Teil der Vielfalt in der Welt mit seinen Begriffsstrukturen ab.
  • Goethe sieht die überwältigende Vielfalt und Verschiedenheit in der Welt und wagt es deshalb nicht, sie mit abstrakten Denkstrukturen zu erfassen, weil er sieht, daß er dann das, was er bewundert,  in seinem Denken zerstört.

Kant ist deshalb ein Repräsentant der reduktionistischen Denkweise und Goethe der holistischen Denkweise.

  • Wahrscheinlich neigen viele Menschen der einen oder der anderen Denkweise zu und es mag nur wenige geben, die beide Denkweisen ausgewogen beherrschen, was aber unser Ziel sein sollte.
  • Vielleicht hängen beide Denkweisen auch damit zusammen, ob Menschen stärker ausgeprägt induktiv oder deduktiv denken. Zumindest ist diese Schlußfolgerung verführerisch.

Das ließe  sich durch psychologische Experimente klären oder indem die Denkweisen von weiteren großen Denkern untersucht werden.

In der abendländischen Kultur, soweit sie vom Christentum geprägt wurde, existierte immer das Gegensatzpaar von Körper und Geist-Seele und das grundsätzliche Vorurteil, daß der Mensch Ziel der Schöpfung sei und deshalb höherwertig als alle anderen Lebewesen wäre.

In den letzten Jahrzehnten wurden  aber wichtige  neue Erkkenntnisse in der Verhaltensforschung erzielt und  insbesondere in der vergleichenden Verhaltensforschung von Primaten und Menschen.

Sie zeigen, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Menschen und Primaten gibt. Beide haben viele gleichartige Verhaltensweisen und auch Primaten können Werkzeuge gebrauchen und andere lehren, sie zu handhaben. Primaten können zwar wegen ihrer Anatomie  ( Kehle und Mundhöhle ) nicht sprechen, sie können aber mit Symbolen umgehen und damit auch sinnvolle Satzstrukturen bilden.

Und da wir heute wissen, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Lebewesen auf der Erde gibt, sondern alle miteinander verwandt sind, sollten wir akzeptieren, dass es nur graduelle Unterschiede gibt. ( Alle Lebewesen entstanden aus einer Urzelle )

Wenn wir das Denkvermögen von verschiedenen Lebewesen miteinander vergleichen, so können diejenigen mit mehr Neuronen und Verknüpfungen zwischen ihnen, wahrscheinlich auch komplexere Denkvorgänge ausführen.

Über Delphine und Wale wissen wir noch zu wenig. Bei Delphinen wissen wir allerdings, dass sie sich in einem sehr hohen Frequenzbereich untereinander verständigen und deshalb sehr viele Informationen austauschen könnten.

Da beide  sehr große Gehirne besitzen, sollten beide auch sehr komplexe Denkvorgänge durchführen können.  Das werden wir allerdings nur herausfinden können, wenn wir das aus blanker Gier verursachte,  brutale Abschlachten dieser Lebewesen verhindern.

Wir sollten  das alte Vorurteil endgültig aufgeben, dass Körper und Geist-Seele Gegensatzpaare sind.  Sie bilden eine Einheit und alle Religionen und Ideologien, die das verneinten, haben ungeheuer viel  Leiden über die Menschheit gebracht.

Das zu abstrakte Begriffsgerüst von Kant sollte also modifiziert werden, so dass das Denken in Gegensätzen wegfällt.

Wahrscheinlich geht das am besten, indem Begriffe aus der Informatik und den Neurowissenschaften verwendet werden, weil damit auch vermieden wird, dass durch die mit Vorurteilen belasteten Begriffe zu falschen Schlußfolgerungen führen.

Es wird auch interessant sein, die Denkweisen von Newton und Goethe miteinander zu vergleichen, wie sie beide zu ihren unterschiedlichen Farblehren gelangten.

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Große Denker der Menschheit: Naturphilosophie Teil 1.32 Kant: Bilden von abstrakten Begriffen

Kant

Was heißt, sich im Denken zu orientieren ?


In dieser Schrift untersucht Kant, wie wir  – von konkreten, auf praktischen Beobachtungen und Erfahrungen beruhenden Begriffen  ausgehend –  immer abstrakter werdende Begriffe entwickeln. Dabei haften diesen abstrakten Begriffen aber immer noch bildliche Vorstellungen an, die auf ihren konkreten Ausgangspunkt hindeuten.

Der Ausgangspunkt ist immer die Erfahrung und daraus wird ein subjektiver Unterscheidungsgrund abgeleitet.

Wenn wir abstraktere Begriffe bilden, die über die Erfahrung hinausgehen, müssen wir prüfen, ob sie frei von Widersprüchen sind und wie ihr Verhältnis zur Erfahrung ist.

  • Der Begriff alleine sichert noch nicht, daß der gedachte Gegenstand existiert.
  • Wenn wir über das Erfahrungswissen hinausgehen, müssen wir für die Vernunft Annahmen machen, damit sie sich orientieren kann.

Dabei macht es keinen Sinn, geistige Wesen anzunehmen, da wir nichts von ihnen wissen können und damit nur gehindert werden, unsere Vernunft ausdauernd und richtig zu gebrauchen.

Als Grundannahme, damit unsere Vernunft nicht fehlgeleitet wird, müssen wir akzeptieren, daß es ein Urwesen als oberste Intelligenz gibt, das zugleich auch das höchste Gute darstellt.

  • Unsere Vernunft hat das Bedürfnis, diese Annahme zu machen:
  • die Natur läßt sich ohne diese Annahme nicht erklären, denn wir benötigen eine erste, verständige Ursache  ( prima causa )

Der Vernunftglaube kann aber durch alle natürlichen Daten und durch alle Erfahrung niemals in Wissen verwandelt werden.

  • der Vernunftglaube ist der Wegweiser für den spekulativen Denker im übersinnlichen Felde
  • der Vernunftglaube muß jeder Offenbarung zu Grunde gelegt werden.

Der Begriff von Gott und selbst die Überzeugung von seinem Dasein, kann nur allein in der Vernunft angetroffen werden.

  • der Begriff der Unendlichkeit beruht nicht auf Erfahrung oder Anschauung

Denkfreiheit

Wir denken in der Gemeinschaft mit anderen Menschen und auch wenn das Denken des Einzelnen frei ist, kann ein Herrscher uns am Denken hindern, indem er den freien Meinungsaustausch mit anderern Menschen verbietet.

Gewissenszwang

Glaubensformeln erzeugen Gewissenszwang und  verhindern damit  die Prüfung durch die Vernunft.

Selbstdenken

heißt, den obersten Prüfstein der Wahrheit in sich selbst zu suchen und der Grundsatz, jederzeit selbst zu denken, ist die Aufklärung.

Die Aufklärung in Individuen zu gründen ist einfach, indem sie von Kindheit an ermutigt werden, selbständig zu denken; es ist aber sehr langwierig,  ein Zeitalter aufzuklären, denn es finden sich viele  äußere Hindernisse, welche jene Erziehungsart teils verbieten, teils erschweren.


Kommentar:

Kant verlangt, dass auch abstrakte Begriffe auf Erfahrungswissen zurückgeführt werden können und dass nur überprüfbare Annahmen gemacht werden und deshalb  geistige Wesen ausgeschlossen werden, da wir nichts über sie wissen können, mit der einen Ausnahme  eines intelligenten, guten Urwesens.

Die abstrakten Begriffe müssen widerspruchsfrei sein und wir müssen eine Leitschnur haben, wie wir sie verwenden, damit wir nicht in Schwärmerei oder Aberglauben abgleiten.

  • Deshalb müssen wir immer prüfen, warum wir eine Annahme machen und warum wir die Schlußfolgerungen, die aus ihr folgen,  als Grundsätze für unseren Vernunftgebrauch machen wollen.

Wie die Vedantagelehrten verlangt also auch Kant, daß wir immer von prüfbaren Fakten unseres Erfahrungswissens ausgehen. Er verwendet aber keine Geschichten wie sie, um ein abstraktes Konzept schrittweise verständlich zu machen. Anscheinend liegt ihm dieser Lehrstil nicht.

Er verwendet auch keine Kette von Analogien,  wie Sokrates, wahrscheinlich, weil er – wie auch die Vedantagelehrten – erkennt, dass dadurch auch leicht Fehlschlüsse gemacht werden können; denn jede Analogie ist nur teilweise richtig, so dass eine Kette von Analogieschlüssen den Gesamtfehler immer größer macht.

  • Es ist bemerkenswert, dass hoch intelligente Menschen entweder überzeugt sind, dass es kein Urwesen ( Gott ) gibt, wie Buddha und Epikur zum Beispiel und andere, wie Kant und Einstein, daß es Gott geben muß.

Anscheinend ist es  sehr schwer zu akzeptieren, daß durch Zufallsereignisse in sehr langen Zeiträumen sich  komplexe Strukturen aus dem Chaos entwickeln können. Einstein akzeptierte zwar, daß die Quantentheorie richtige Voraussagen machte, aber er konnte nie akzeptieren, daß in der Quantentheorie nur Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse berechnet werden konnten.

Lukrez, der die Erkenntnisse von Epikur voll anerkennt, beschreibt, dass die unendlich vielen, verschiedenen Atome in dem unendlich großen Universum sich durch zufällige Stöße so miteinander verbunden haben, daß dadurch alle Objekte und Lebewesen im Univerum entstanden sind, ohne daß dazu ein Gott nötig wäre.

Epikur und Lukrez setzen voraus, dass diese Atome immer existiert haben und unzerstörbar sind. Damit vermeiden sie, daß ein Urwesen die erste Ursache für die Entstehung des Universums ist.

  • Beide Annahmen  – Urwesen oder bereits immer existierende Atome –  sind gleichwertig, da beide nicht bewiesen oder widerlegt werden können.
  • anscheindend sind Menschen  psychologisch vorgeprägt, welche der beiden Annahmen sie bevorzugen.

Anstelle des Begriffs der Atome müssen wir nach unserem heutigen Wissenstand den Vakuumzustand annehmen. Das ist ein chaotischer Zustand von Quantenteilchen, aus dem alle anderen Elementarteilchen entstanden sind. Allerdings wissen wir noch nicht, wie.

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