Denkfallen: Klassifizierung von Denkweisen ( Mindsets )

Prof. Carol Dweck  hat die Denkweisen von vielen Studenten und Managern untersucht und findet, dass bei der Mehrheit die Denkweisen in 2 Klassen eingeteilt werden können:

  • statisch, nach Perfektion strebend, starke Abneigung aus Fehlern zu lernen. Streben, in der Komfortzone zu beharren.
  • dynamisch, begierig Neues zu lernen und aus Fehlern zu lernen.

Viele psychologische Versuche und Messugen der Gehirnaktivitäten bei verschiedenen Aufgabenstellungen zeigen, dass Menschen ihre Denkmuster ändern können und auch ihre Intelligenz durch Training steigern können, so wie Sportler ihre Muskeln und ihr Reaktionsvermögen durch Training steigern können.

Wichtig sind weniger die Startbedingungen ( Talent ), mit denen ein  Mensch ausgestattet ist, sondern seine Denkweise und seine Bereitschaft, sich durch Training weiterzuentwickeln, indem er auch Probleme löst, die ihm anfangs als recht schwer erscheinen.

Auf youtube gibt es verschiedene Reports von Prof. Dweck und ihr Buch Mindset als Hörbuch.

Es ist einleuchtend, dass einseitig  ausgeprägte Denkweisen sich,  so wie Vorurteile und Denkfallen,  auf unser Urteilsvermögen auswirken und deshalb durch Training harmonisiert werden sollten.

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Denkfallen 3: Beispiel von Daniel Kahneman: falsche intuive Wahrscheinlichkeitsberechnungen

Kahneman hat in vielen psychologischen Experimenten nachgewiesen, daß viele Menschen Wahrscheinlichkeiten falsch berechnen, weil sie nicht richtig beurteilen, wie groß die Bezugsmenge ist.

Bedingte Wahrscheinlichkeiten

Bei bedingten Wahrscheinlichkeiten hängt die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses von einer oder mehreren Nebenbedingungen ab, für deren Eintreten es jeweils wieder Wahrscheinlichkeiten gibt.

Seien  A und B die Wahrscheinlichkeiten, dass das Ereignis A bzw das Ereignis B eintritt und sei es sicher, dass eines der beiden Ereignissen eintritt.

Dann gilt

A+B = 1

Beide Ereignisse hängen aber von einer Nebenbedingung ab:

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nebenbedingung das Ereignis A ermöglicht sei a und daß sie das Ereignis B ermöglicht b.

Es gelte

r +s = 1

( das muss gelten, da mit Sicherheit eines  A oder B eintreten wird )

Dann gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass ein  eintritt:

Wahrscheinlichkeit, dass A eintritt /( Wahrscheinlichkeit, dass A eintritt + Wahrscheinlichkeit, dass B nicht eintritt )

p(A) = r*A/(r*A+s*B)

p(B) =  r*B /( r*B + s*A)

Mit

 A = 0,85 Wahrscheinlichkeit, dass A eintreten kann

B = 0,15 Wahrscheinlichkeit, dass B eintreten kann

und

  r =  0,8   Nebenbedingung, dass das  Ereignis  eintreten kann

s = 0,2    Nebenbedingung, dass das Ereignis  nicht eintreten kann

gilt also:

p(A)  = 0,2*0,85 / (0,2*0,85+0,8*0,15) = 0,586

p(B) = 0,8*0,15 / (0,8*0,15+0,2*0,85)  = 0,413

Nach Voraussetzung gilt

p(A)+p(B) = 1

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Online-Büchereien: Questia

Questia ist eine kostenpflichtige online-Bücherei.

Sie enthält zur Zeit 83 000 akademische Bücher und mehr als 10 Millionen Fachartikel. Die Informationsquellen wurden von Bibliothekaren und Professoren überprüft.

Ausserdem gibt es ca. 1000 Fachzeitschriften zu:

  • Kunst
  • Wirtschaft
  • Ausbildung
  • Geschichte,Literatur und Fremdsprachen,Philosophie und Religion
  • Rechtswissenschaften
  • Wissenschaft,Technik und Medizin
  • Sozialwissenschaften

Die Dokumente können nur online gelesen werden. Sie können aber zitiert werden.

  • Es ist auch möglich, eigene Arbeiten hochzuladen. Dabei ist streng darauf zu achten, dass diese Arbeiten keine Plagiate enthalten.

Zu jedem Studienthema kann ein Projekt angelegt werden, in dem alle Bücher und Zeitschriften zusammengefasst werden können, so dass es bequemer ist, alle Dokumente zu lesen.

Wenn umfangreichere Texte gelesen werden müssen, empfiehlt es sich, einen Tablet-Computer wie ipad zum Beispiel zu verwenden, weil das ergonomischer ist.

  • alle benötigten Bücher auf dem Schreibtisch
  • Schreibkladde, damit Notizen und Skizzen angefertigt werden können.
    • Untersuchungen am menschlichen Gehirn zeigen, dass je nach oft ausgeührten Tätigkeiten,  verschiedene Gehirnbereiche stärker ausgebildet werden.  Daraus folgt, dass feinmotorische Tätigkeiten,  wie Schreiben und Zeichnen mit der Hand,  gerade  im Computerzeitalter,  nicht vernachlässigt werden sollten, damit wir das volle Potential unseres Gehirns entwickeln und nutzen können.

Preis für ein Jahresabonnement: 100 US-Dollar

Für jeden, der mehrere  Fachbücher und Fachzeitschriften pro Jahr liest, eine sehr lohnende Investition, insbesondere auch, weil alle Dokumente überprüft werden.

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Online-Kurse: Skillfeed

Achtung:

Skiffeed hat sein Angebot beendet. Ich weiß noch nicht, ob es unter anderem Namen weitergeführt werden wird. Es wäre schade, wenn die Vielzahl der Kurse nicht weiter zur Verfügung stehen würden, da sie sehr gut sind.


Im Internet gibt es neben vielen kostenlosen online-Kursen, die auf youtube oder auf den Webseiten von Universitäten angeboten werden, auch kostenpflichtige Kurse, die sehr gut strukturiert sind und in Textform oder als Videos angeboten werden.

Skillfeed bietet online-Videokurse, die viele Themen behandeln und insbesondere die Anwendung von Computersoftware.

Zur Zeit gibt es ca. 94 000 Videokurse von ca. 1300 Instruktoren, die ca. 11 000 Stunden umfassen.  Je nach Thema kann ein Videokurs aus mehreren Teilen bestehen. Im Mittel dauert jeder Teil ca. 7 Minuten.

Diese Unterteilung ist gut geeignet, um mehrere Videokurse parallel durchzuarbeiten.

Es  empfiehlt sich, Notizen zu machen und die Notizen häufiger zu lesen, bis sich alle wichtigen Fakten eingeprägt haben.

Themengebiete:

  • Photografie
  • Kunsthandwerk
  • Musik
  • Schreiben
  • Selbst-Management

Software

Videokurse zu einigen hundert Softwarepaketen.


Die Kurse sind in Englisch. Es gibt aber auch Übersetzungen in deutsch und andere Sprachen.

Pro Monat kostet die Mitgliedschaft 19 US-Dollar. Es wird aber auch ein Jahresabonnement für 99 US-Dollar angeboten.

Die Kurse können 30 Tage kostenlos getestet werden.  ( allerdings muss eine Kreditkarte angegeben werden, von der nach den 30 Tagen das Geld abgebucht wird, falls die weitere Teilnahme nicht beendet wird. )

www.skillfeed.com

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Denkfallen 2: Beispiele von Daniel Kahneman: Logische Denkfallen

Kahneman hat in vielen Experimenten nachgewiesen, dass Menschen typische Denkfehler begehen.

Hier ein Beispiel zu fehlerhaftem logischem Denken:

Beispiel 2:

Voraussetzungen:

1.  Alle Rosen sind Blumen

2. Einige Blumen welken schnell

Schlußfolgerung:

Also welken einige Rosen schnell.

Kahneman bemerkt:

Eine große Mehrheit von Universitätsstudenten hält diese Schlußfolgerung für richtig.

Kommentar:

Der Denkfehler liegt darin, dass aus den Eigenschaften einer Menge geschlossen wird, dass alle ihre Untermengen alle  Eigenschaften der Menge M   „erben“.

Es kann eine Untermenge von Blumen geben, die nicht schnell welken und die Rosen können zu dieser Untermenge gehören.

Menge  von  Blumen:   M = { a,b,c,d,e }

Untermengen  U1={ a,b}  U2={c,d} U3 = {a,c}

In U1 seien alle Blumen, die schnell welken.

In U2 seien alle Blumen, die nicht schnell welken.

Dann sind in U3 sowohl Blumen, die schnell welken als auch Blumen, die nicht schnell welken.

In M sind dann ebenfalls Blumen, die schnell welken und solche, die nicht schnell welken, da M die Untermengen U1 und U2 enthält.

Aber es gibt noch ein Problem:

Es gibt keine Aussage über die Blumen, die durch e charakterisiert werden.

Das könnten Blumen sein, die schnell welken oder die nicht schnell welken oder nie welken

Daraus können wir folgendes schließen:

Wenn wir  die Eigenschaften einiger Untermengen einer Menge kennen, können wir daraus nicht schließen, dass  alle Elemente der Menge, die diese Untermengen enthält, auch diese Eigenschaften besitzen.

Das ist eine mathematische Formulierung für die Grenzen der experimentellen Wissenschaften:

Denkregel 2:

Aus Experimenten darf nie geschlossen werden, daß die Ergebnisse allgemein gelten.

Folgende Denkaufgabe:

Meine Schwägerin schenkte meiner Frau eine Orchidee und sagte mir, dass ich sie häufig gießen sollte, dann würde sie länger blühen und dass ich sie mit dem in einem kleinen Beutel beiliegenden Dünger ab und zu düngen sollte.

Ich befolgte ihre Anweisungen gewissenhaft und freue mich, daß die Orchidee seit vielen Monaten immer noch blüht.

Eines Tages sagte mein Sohn: “ Das ist eine Kunsstoffblume.“

Wie kann ich herausfinden, ob es eine Kunsstoffblume ist oder eine Orchidee, die nicht welkt ohne dass ich sie berühre oder zerschneide ?

Wenn ich sie nicht mehr gieße und sie nicht verwelkt, dann ist das ein experimenteller Beweis, daß zumindest diese eine Orchidee nicht welkt. Sie könnte zum Beispiel auf wunderbare Weise all das Wasser gespeichert haben und kann damit vielleicht sehr lange Zet auskommen.

Wenn sie welkt ist das aber noch kein Beweis, dass sie  eine natürliche Orchidee ist, denn die Kunstorchidee könnte ja so kunstvoll hergestellt worden sein, daß sie welkt, wenn sie nicht mehr gegossen wird.

Also ein unentscheidbares Dilemma ?

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Denkfallen1: Beispiele von Daniel Kahneman: Intuitive, aber falsche mathematische Berechnungen

Der Psychologe Daniel Kahneman gibt in seinem Buch

Schnelles Denken, langsames Denken

einige Beispiele und Experimente an, die zeigen, dass wir 2 verschiedene Denkformen anwenden:

Denkform 1:  schnell, intuitiv und häufig falsch.

Denkform 2: langsam, anstrengend, aber oft richtig.

Hier untersuchen wir einige davon:

Beispiel 1 :

Ein Schläger und ein Ball kosten  zusammen 1,1 euro

Der Schläger kostet 1 euro mehr als der Ball.

Wieviel kostet der Schläger ?

………………………………………………………………..

Lösung:

Denkform 1:   Der Schläger kostet 1 Euro.

Denkform 2:

Der Schläger kostet x euro und der Ball kostet y euro.

Beide zusammen kosten

Gl1:   x+y = 1,1               euro

Der Schläger kostet 1 euro mehr als der Ball:

Gl2:  x = y +1                    euro

Dieses Gleichungssystem lösen wir nach x und y:

Gl1 wird nach y aufgelöst und Gl2 eingesetzt:

y =1,1-x = 1,1- ( y + 1) = 1,1 – y -1

2 y =0,1

y = 0,05

x = 0,05 + 1 = 1,05

Probe:

Gl1: x+y = 1,05 + 0,05 = 1,1

Gl 2: x = y +1 = 0,05 + 1 =1,05

Bei der Probe müssen immer alle Gleichungen überprüft werden.

Kahneman bemerkt dazu:

Mehrere tausend Studenten beantworteten die Frage zu diesem Problem und die Ergebnisse sind schockierend. Mehr als 50% der Studenten an Harvard, MIT und Princeton gaben die intuitive – falsche –  Antwort.

Bei weniger bekannten Universitäten war die Fehlerrate mehr als 80%


Kommentar:

Kahneman gibt leider keine Erklärung, warum die intuitive Lösung, die so einleuchtend erscheint, falsch ist.

Der Denkfehler tritt auf, nachdem  Gl2  gebildet wurde, die ja leicht aus der Aufgabenstellung gebildet werden kann.

In Gl2 wird intuitiv   y= 0,1 eingesetzt, denn dann ist  der Schläger x  um  1 euro teurer als der Ball  y.

x + y = 0,1 + 1 = 1,1

Damit wird das Gleichungssystem aber nicht korrekt gelöst, wie man sieht, wenn Gl2 in Gl1 eingesetzt wird:

Mit y= 0,1 folgt aus Gl 2

  x =0,1 +1 = 1,1

Wird das in Gl 1 eingesetzt, folgt:

1,1 +0,1 = 1,2                      (  ungleich 1,1 )

Und diese Überprüfung wird bei der intuitiven Lösung weggelassen, da viele Menschen das nicht mehr im Kopf zusätzlich rechnen können und vor allem davon überzeugt sind, dass die intuitive Lösung richtig ist, weil sie sich so offensichtlich anbietet.

Wir sehen an diesem einfachen Beispiel:

Denkregel 1:

Bereits bei sehr einfachen Problemen machen wir häufig schwere Fehler und das sollte uns warnen, dass wir bei schwierigen Problemen noch häufiger  Fehler machen werden.

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Abschätzungen von Wahrscheinlichkeiten Teil 1: Kombinationen und Wahrscheinlichkeiten

Viele Menschen verschätzen sich stark,  wenn sie Aussagen machen, wie wahrscheinlich ein Ereignis eintreten kann.

Der  Pschychologe und Wirtschafts-Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat  in vielen psychologischen Experimenten gezeigt, dass Menschen auf 2 verschiedene Weise denken:

  • Denkweise 1:   automatisch: schnell, emotional, unbewusst und in Stereotypen
  • Denkweise 2:  langsam: logisch und anstrengend, berechnend und bewusst; aber wird selten angewendet.

Und seine Experimente belegen, dass viele Menschen häufig die Denkweise 1 anwenden, wenn sie Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse abschätzen sollen:

  • sie bevorzugen eine plausibel erscheinende schnelle Lösung
  • sie sind zu faul, länger nachzudenken und Berechnungen anzustellen

Da häufig nur Schlussfolgerungen aus Informationen gezogen werden können, die nicht absolut richtig oder falsch sind, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlicheit, ist es notwendig, zumindest die Grundlagen der Wahrscheinlichkeit zu kennen und sie richtig anzuwenden.

Dafür sind als erstes einige Begriffe aus der Kombinatorik nötig:

Grundlegend ist das Abzählprinzip, das sich anschaulich mit folgendem Beispiel erklären läßt:

  • Es gibt  n Kästen  und k Kugeln.
    • Die Kästen und die Kugeln sind unterscheidbar.
  • in jeden Kasten darf höchstens eine Kugel gelegt werden.
  • es gibt weniger Kugeln als Kästen oder genau soviele Kugeln wie Kästen.

Wie viele Möglichkeiten gibt es dann, die k Kugeln auf die n Kästen zu verteilen ?

  • die erste Kugel kann in irgendeinen der n Kästen gelegt werden, also gibt es n Möglichkeiten.
  • die zweite Kugel kann aber nur noch in einen der   n-1  Kästen gelegt werden.
  • und für die  letzte ( die k. Kugel ) stehen nur noch  n – k  Kästen zur Verfügung

Also gibt es   n*(n-1)* … * (n-k) Möglichkeiten, die k Kugeln auf n Kästen zu verteilen.

  • Das gilt aber nur für jeweils eine festgelegte Anordnung von Kästen und von Kugeln.

Numerieren wir die Kästen von 1 bis n durch, so gibt es folgende verschiedene Anordnungen  (Permutationen ) der Kästen:

1 2 3 4 5. n

2 3 4 5… n 1

3 4 5     n 1 2

usw. bis zu  n 1 2 3 … n-1

und alle dazu spiegelbildlichen Anordnungen.

Beispiel für alle möglichen Anordnungen von 3 Zahlen:

1 2 3    3 2 1

2 3 1   1 3 2

3 1 2   2 1 3

Insgesamt sind das  1*2*3*4* … * n = n!  verschiedene Anordnungen ( n! wird als Abkürzung verwendet und heißt Fakultät der Zahl n )

Für die k Kugeln gelten dieselben Überlegungen: Es gibt k ! verschiedene Anordnungen der Kugeln.

Also gibt es insgesamt   V =  n! / ( n-k )!  Verteilungsmöglichkeiten.

Spielt es keine Rolle, wie die Kugeln in den n Kästen angeordnet sind, wird diese Formel durch k! dividiert.

Also:   n ! / (  k! ( n-k)! )

Angenommen, wir hätten 5 verschiedene Kästen und 3 verschiedene Kugeln:

Dann gibt es  5! / ( 5-3) ! = 3 *4 *5 = 60 verschiedene Anordnungen der  3 Kugeln.

Beispiel Lotterie:

In der Lotterie gibt es  48  bezifferte Kugeln, aus denen nacheinander 6 bezifferte Kugeln gezogen werden. Diese Aufgabe läßt sich so interpretieren, dass es n = 48 bezifferte Kästen gibt und nacheinander jeweils ein Kasten ausgewählt wird, bis insgesamt 6 Kästen augewählt sind.

Also gibt es insgesamt   48! / ( 48-6)! = 48!/42! = 43*44*45*46*47*48 verschiedene Ziehungsmöglichkeiten und das sind: 8 835 488 640 , also über 8 Milliarden Möglichkeiten.

Wenn alle Menschen auf der Welt jeweils einen verschiedenen Tippzettel abgeben würden, würde immer noch die Möglichkeit bestehen, dass keiner den Hauptgewinn macht.

Dass  es trotzdem Hauptgewinne gibt, hat 2 Gründe:

  • im Laufe von vielen Lottoziehungen muss auch einmal ein Hauptgewinn vorkommen.
  • die Teilnehmer am Lottospiel geben mehrere Tippzettel ab.

Es gibt einige Firmen, die behaupten, dass sie auf Grund der Untersuchungen von vergangenen Ziehungen eine Methode entwickelt hätten, mit der die Gewinnchancen erhöht werden können.

  • die Gewinnchancen können nicht erhöht werden, da jede Ziehung unabhängig ist
  • aber wenn ein Gewinn erfolgt, kann die Auszahlungsquote  höher sein, wenn man die Zahlen vermeidet, die die meisten Teilnehmer bevorzugen, wie zum Beispiel Geburtstage. In diesem Fall sollte man alle Zahlen von 1 bis 31 vermeiden.

Da dadurch aber die Gewinnchancen insgesamt stark verringert werden, ist das auch keine empfehlenswerte Spielstrategie.

Die  6 Richtigen können in jeder Lottoziehung nur einmal auftreten; es gibt also nur 1 solches Ereignis in über 8 Milliarden möglichen.

Das Verhältnis beider Zahlen  1 / 8 835 488 640 wird als Wahrscheinlichkeit bezeichnet und das ist eine sehr kleine Zahl.

Einige weitere Beispiele:

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Würfel mit 6 verschiedenen Zahlen eine Zahl gewürfelt wird ist  1 / 6  ( Die Grundgesamheit sind die 6 Zahlen; sie steht im Nenner.  Es gibt nur eine Kombination, dass eine Zahl oben auf dem Würfel erscheint, also steht die 1 im Zähler )
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Kartenspiel mit 52 Karten die erste gezogene Karte ein Kreuz-As ist, ist  1/ 52.     Denn  es gibt  insgesamt 52! / ( 1! ( 52- 1 )!) = 52  verschiedene Kartenanordnungen, bei denen das Herz As an 1. Stelle ist. Oder anders betrachtet:  Nehme ich das Herz-As aus dem Kartenstapel heraus, kann ich die restlichen 51 Karten auf 51! verschiedene Arten anordnen. Diese Anordnungen interessieren aber nicht und deshalb wird 52 ! durch 51! dividiert. Man kann das Problem aber auch als einen Würfel mit 52 Zahlen betrachten und dann wird dieses Ergebnis sofort intuitiv klar, da es analog zu dem Würfel mit 6 Zahlen ist.

Schlussfolgerungen:

Wenn zu einer Anzahl von Wahlmöglichkeiten eine neue hinzukommt, steigt damit die Zahl der Kombinationen stark an  und umgekehrt sinkt die Wahrscheinlichkeit stark, dass genau eine Wahlmöglichkeit realisiert wird.

  • Damit die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis  richtig berechnet werden kann, muss man also immer überlegen, wie viele Wahlmöglichkeiten es gibt, denn sie bilden die Grundgesamtheit, die immer im Nenner steht, wenn man die Wahrscheinlichkeit berechnet.

Wir werden uns dazu einige Experimente von Daniel Kahneman genauer ansehen, die er in seinem Buch beschreibt:  Schnelles Denken, langsames Denken

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Große Denker der Menschheit: Johann Herder, Benjamin Franklin und Erasmus von Rotterdam

Johann Gottfried Herder, Benjamin Franklin und Erasmus von Rotterdam haben viel gemeinsam:

  • alle entstammten bescheidenen bürgerlichen Verhältnissen
  • alle eigneten sich ihr Leben lang eine umfassende Bildung an
  • alle schrieben sehr viel über die unterschiedlichsten Themen, insbesondere aber auch über gesellschaftliche Probleme
  • alle bauten sich ein Kommunikationsnetzwerk auf, so dass sie Ideen und Meinungen mit anderen austauschen konnten
  • sie lebten in Zeiten, in denen es große gesellschaftliche Umwälzungen und insbesondere bahnbrechende Erkenntnisse in den Wissenschaften gab.

Alle 3 bemühten sich, die öffentliche Meinung im Sinne humanistischer Ideale positiv zu beinflussen, also Toleranz, freie Meinungsäußerung, umfassende Bildung, unbedingter Wille, alle Informationen kritisch zu durchleuchten,  die Wahrheit herauszufinden und sie  so klar darzustellen, daß sie jeder verstehen konnte.

Franklin führte dazu unter anderem seine berühmten Experimente mit Blitzen durch, Herder und Erasmus waren dagegen zu stark rein geisteswissenschaftlich ausgerichtet und weniger an Naturwissenschaften und Technik interessiert.

Erasmus lebte um 1500, Franklin um 1750 und Herder um 1775  ( jeweils die Zahlen für die Mitte ihres Lebens )

Erasmus war katholisch erzogen und wurde Mönch, ließ sich aber davon freisprechen und kritisierte die Mißstände in der Organisation der katholischen Kirche sehr offen und oft auch mit beißendem Spott. Er erlebte die Umwälzungen, die durch die Entdeckung Amerikas verursacht wurden, den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und die Spaltung der katholischen Kirche durch die Reformation. Er kommunizierte mit Luther per Briefwechsel und empfahl dringend, die katholische Kirche  von innen zu reformieren und keine revolutionären Methoden anzuwenden.  Wäre er erfolgreich damit gewesen, wären Europa wahrscheinlich viele Kriege erspart worden und die Hexenverbrennungen hätten nicht stattgefunden. Auch die katholische Inquisition hätte ihr Terrorregime nicht ausgeübt.

Franklin war intensiv als Diplomat tätig, um die Unabhängikeit der USA von England zu verhandeln und war nicht nur als Geschäftsmann sehr aktiv und erfolgreich, sondern engagierte sich auch sozial stark. Insbesondere wollte er, daß jeder Bürger sich eine umfassende Bildung aneignete. Er gründete zum Beispiel die erste Leihbücherei in den USA, eine freiwillige Feuerwehr und vieles mehr.

Herder war Dichter, Philosoph und protestantischer Theologe. Er studierte Philosophie unter Kant in Königsberg. Er erlebte die Zeit der französichen Revolution und die Besetzung Deutschlands durch französiche Revolutionstruppen und kritisierte die französiche Revolution.

Es lohnt sich, die Schriften dieser 3 Männer zu lesen und ihre Argumente miteinander zu vergleichen, denn vieles ist auch heute genauso aktuell wie damals.

Auch wir leben in einer Umbruchzeit und haben immer noch dieselben Probleme zu lösen und zusätzlich noch einige mehr, wie die Klimaveränderungen, die massive Verschmutzung und Ausbeutung der Weltmeere, das immer größere Gefälle von immensem Reichtum und Armut in unseren demokratischen Gesellschaften, aber auch weltweit.

Da von Herder und Franklin schon eine kurze Kostprobe aufgeführt wurde, hier eine von Erasmus von Rotterdam.  Bei Amazon können viele  eBooks kostenlos und andere oft recht preiswert für die Kindle-Lesegeräte runtergeladen werden. Da es auch eine kostenlose Software von Amazon zum Lesen auf dem Computerbildschirm gibt, kann man beide Arbeitsweisen kombinieren:

  • eBook auf einem Kindle lesen
  • eBook auf dem Computerbildschirm lesen, wenn man Stellen daraus zitieren möchte.

Ein guter Einstieg, die Denkweise von Erasmus kennenzulernen sind seine „Gespräche

In „Der Abt und die gebildete Frau“,  beschreibt Erasmus das Gespräch zwischen einem ungebildeten Abt und eine gebildete Frau. Der Abt ist überzeugt, daß Frauen sich keine Bildung aneignen sollten, aber auch nicht seine Mönchsbrüder, denn die könnten ihm Fragen stellen und dann klüger erscheinen als er selbst.


Hier eine kleine Kostprobe aus „Der Abt und die gebildete Frau

Abt Antonius: “ Was versteht Ihr unter Weisheit ?“

Dame Magdala:  „Die Einsicht, daß ein Mensch nur durch geistige Güter glücklich ist. Reichtum, Ehre, Geschlecht machen weder glücklicher noch besser.“

Abt: „Eure Weisheit kann mir gestohlen bleiben.“

Dame: „Wenn mir nun aber die Lektüre eines guten Autors eben so angenehm ist wie Euch die Jagd, der Trunk, das Würfelspiel: glaubt Ihr dann nicht, daß auch ich angenehm lebe ?“

Abt: „Für meine Person möchte ich nicht so leben. “


Das Gespräch ließe sich mit anderer Rollenverteilung auf jede hierarchische Gesellschaftsstruktur anwenden. Und ist heute  immer noch hoch aktuell.

Auch in unseren Demokratien sind Frauen immer noch benachteiligt und werden durch die Medien diskriminiert, indem sie als Sexobjekte mißbraucht werden. Siehe das Convergirl bei „Bild“ zum Beispiel.

Hier ein anderes Gespräch:

In dem Gespräch „Die unnatürliche Ehe„, behandelt er das Problem von Geschlechtskrankheiten und diskutiert, wie die Gesellschaft handeln sollte, damit sie sich nicht ausbreiten. Er vergleicht diese Krankheit mit Lepra und kommt zu dem Schluß, dass sie noch fürchterlicher sei.

In dem Gespräch werden auch radikale Maßnahmen diskutiert, um die Ausbreitung der Geschlechtskrankheit zu verhindern, wie Kastration, Ausschluß aus der menschlichen Gesellschaft und sogar Verbrennung.


„…. Damals hätte durch den Tod einiger Weniger für die Wohlfahrt der ganzen Erde gesorgt werden können …“


Auch heute wieder ein aktuelles Thema; denn die Wirksamkeit der Antibiotika läßt immer stärker nach und Krankheiten wie Tuberkulose kehren wieder zurück.

Und wie wir an Aids sehen, hätte die Ausbreitung dieser Krankheit durch radikale Maßnahmen am Anfang gestoppt werden können. Wir haben aber  aus  „humanitären“ Gründen zugelassen, daß sie sich weltweit ausbreiten konnte und Hunderte Millionen Menschen daran bereits gestorben sind und noch sterben werden.

In Afrika gibt es viele Waisen, die von ihren Großmüttern aufgezogen werden müssen, weil ihre Eltern an Aids gestorben sind.

Wir stehen hier vor einem ethischen Dilemma und müssen den Mut entwickeln, eventuell nötige,  radikale Maßnahmen durchzuführen. Wenn die Isolierung von betroffenen Menschen nötig ist, kann das ja in einer Form geschehen, dass sie trotzdem   ein möglichst menschenwürdiges und erfülltes Leben führen können.

Damit wir den Blick nicht nur auf die abendländische Kultur verengen, werden wir als nächstes Ausschau halten  nach gleichgesinnten Männern und Frauen, die  zu anderen Zeiten und in anderen Kulturkreisen lebten.

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Herder und Franklin

Für Herder ist Benjamin Franklin ein  Vorbild eines tatkräftigen, humanistisch gesinnten Mannes und er empfiehlt, die Schriften von Franklin zu lesen.

Als Einstieg wählen wir einen Dialog zwischen Franklin und seiner Gicht ( siehe online Gutenberg-Bücherei  die Sammlung von Essays  )


Dialogue between Franklin and the Gout

Midnight, 22. October 1780



Franklin leidet unter einem Gichtanfall und beklagt sich bei der Gicht. Die Gicht erwidert, dass er zu viel ißt und  sich zu wenig körperlich bewegt.

Franklin rechnet in amüsanter Form mit seinen eigenen Schwächen ab und belehrt damit seine Leser ohne erhobenen Zeigefinger, dass sie ihre eigene Lebensweise einmal betrachten und wenn nötig verbessern.


DIALOGUE BETWEEN FRANKLIN AND THE GOUT
Midnight, 22 October, 1780.

FRANKLIN. Eh! Oh! eh! What have I done to merit these cruel sufferings?

GOUT. Many things; you have ate and drank too freely, and too much
indulged those legs of yours in their indolence.

FRANKLIN. Who is it that accuses me?

GOUT. It is I, even I, the Gout.

FRANKLIN. What! my enemy in person?

GOUT. No, not your enemy.

FRANKLIN. I repeat it, my enemy; for you would not only torment my body
to death, but ruin my good name; you reproach me as a glutton and a
tippler; now all the world, that knows me, will allow that I am neither
the one nor the other.

GOUT. The world may think as it pleases; it is always very complaisant
to itself, and sometimes to its friends; but I very well know that the
quantity of meat and drink proper for a man, who takes a reasonable
degree of exercise, would be too much for another, who never takes any.

FRANKLIN. I take–eh! oh!–as much exercise–eh!–as I can, Madam Gout.
You know my sedentary state, and on that account, it would seem, Madam
Gout, as if you might spare me a little, seeing it is not altogether my
own fault.

GOUT. Not a jot; your rhetoric and your politeness are thrown away; your
apology avails nothing. If your situation in life is a sedentary one,
your amusements, your recreation, at least, should be active.

You ought to walk or ride; or, if the weather prevents that, play at billiards.
But let us examine your course of life.

While the mornings are long, and you have leisure to go abroad, what do you do? Why, instead of gaining an appetite for breakfast, by salutary exercise, you amuse yourself with
books, pamphlets, or newspapers, which commonly are not worth the
reading.

Yet you eat an inordinate breakfast, four dishes of tea, with cream, and one or two buttered toasts, with slices of hung beef, which I fancy are not things the most easily digested. Immediately afterwards you sit down to write at your desk, or converse with persons who apply to you on business.

Thus the time passes till one, without any kind of bodily exercise. But all this I could pardon, in regard, as you say, to your sedentary condition. But what is your practice after dinner?
Walking in the beautiful gardens of those friends with whom you have
dined would be the choice of men of sense; yours is to be fixed down to
chess, where you are found engaged for two or three hours!

This is your perpetual recreation, which is the least eligible of any for a sedentary
man, because, instead of accelerating the motion of the fluids, the
rigid attention it requires helps to retard the circulation and obstruct
internal secretions. Wrapt in the speculations of this wretched game,
you destroy your constitution.

What can be expected from such a course of living, but a body replete with stagnant humors, ready to fall prey to all kinds of dangerous maladies, if I, the Gout, did not occasionally bring you relief by agitating those humors, and so purifying or
dissipating them?

If it was in some nook or alley in Paris, deprived of walks, that you played awhile at chess after dinner, this might be excusable; but the same taste prevails with you in Passy, Auteuil, Montmartre, or Sanoy, places where there are the finest gardens and
walks, a pure air, beautiful women, and most agreeable and instructive
conversation; all which you might enjoy by frequenting the walks.

But these are rejected for this abominable game of chess. Fie, then, Mr.
Franklin! But amidst my instructions, I had almost forgot to administer
my wholesome corrections; so take that twinge,–and that.

FRANKLIN. Oh! eh! oh! Ohhh! As much instruction as you please, Madam
Gout, and as many reproaches; but pray, Madam, a truce with your
corrections!

GOUT. No, Sir, no,–I will not abate a particle of what is so much for
your good,–therefore—-

FRANKLIN. Oh! ehhh!–It is not fair to say I take no exercise, when I do
very often, going out to dine and returning in my carriage.

GOUT. That, of all imaginable exercises, is the most slight and
insignificant, if you allude to the motion of a carriage suspended on
springs.

By observing the degree of heat obtained by different kinds of
motion, we may form an estimate of the quantity of exercise given by
each.

Thus, for example, if you turn out to walk in winter with cold
feet, in an hour’s time you will be in a glow all over; ride on
horseback, the same effect will scarcely be perceived by four hours‘
round trotting; but if you loll in a carriage, such as you have
mentioned, you may travel all day and gladly enter the last inn to warm
your feet by a fire.

Flatter yourself then no longer, that half an hour’s airing in your carriage deserves the name of exercise. Providence has appointed few to roll in carriages, while he has given to all a pair of legs, which are machines infinitely more commodious and serviceable.
Be grateful, then, and make a proper use of yours. Would you know how
they forward the circulation of your fluids, in the very action of
transporting you from place to place; observe when you walk, that all
your weight is alternately thrown from one leg to the other; this
occasions a great pressure on the vessels of the foot, and repels their
contents; when relieved, by the weight being thrown on the other foot,
the vessels of the first are allowed to replenish, and, by a return of
this weight, this repulsion again succeeds; thus accelerating the
circulation of the blood.

The heat produced in any given time depends on the degree of this acceleration; the fluids are shaken, the humors attenuated, the secretions facilitated, and all goes well; the cheeks
are ruddy, and health is established. Behold your fair friend at Auteuil; a lady who received from bounteous nature more really useful science than half a dozen such pretenders to philosophy as you have been able to extract from all your books. When she honors you with a visit, it is on foot.

She walks all hours of the day, and leaves indolence, and its concomitant maladies, to be endured by her horses. In this, see at once the preservative of her health and personal charms. But when you go to Auteuil, you must have your carriage, though it is no farther from Passy to Auteuil than from Auteuil to Passy.

FRANKLIN. Your reasonings grow very tiresome.

GOUT. I stand corrected. I will be silent and continue my office; take
that, and that.

FRANKLIN. Oh! Ohh! Talk on, I pray you.

GOUT. No, no; I have a good number of twinges for you to-night, and you
may be sure of some more to-morrow.

FRANKLIN. What, with such a fever! I shall go distracted. Oh! eh! Can no
one bear it for me?

GOUT. Ask that of your horses; they have served you faithfully.

FRANKLIN. How can you so cruelly sport with my torments?

GOUT. Sport! I am very serious. I have here a list of offenses against
your own health distinctly written, and can justify every stroke
inflicted on you.

FRANKLIN. Read it then.

GOUT. It is too long a detail; but I will briefly mention some
particulars.

FRANKLIN. Proceed. I am all attention.

GOUT. Do you remember how often you have promised yourself, the
following morning, a walk in the grove of Boulogne, in the garden de la
Muette, or in your own garden, and have violated your promise, alleging,
at one time, it was too cold, at another too warm, too windy, too moist,
or what else you pleased; when in truth it was too nothing, but your
insuperable love of ease?

FRANKLIN. That I confess may have happened occasionally, probably ten
times in a year.

GOUT. Your confession is very far short of the truth; the gross amount
is one hundred and ninety-nine times.

FRANKLIN. Is it possible?

GOUT. So possible, that it is fact; you may rely on the accuracy of my
statement. You know M. Brillon’s gardens, and what fine walks they
contain; you know the handsome flight of an hundred steps, which lead
from the terrace above to the lawn below.

You have been in the practice of visiting this amiable family twice a week, after dinner, and it is a maxim of your own, that „a man may take as much exercise in walking a mile, up and down stairs, as in ten on level ground.“ What an opportunity was here for you to have had exercise in both these ways! Did you embrace it, and how often?

FRANKLIN. I cannot immediately answer that question.

GOUT. I will do it for you; not once.

FRANKLIN. Not once?

GOUT. Even so. During the summer you went there at six o’clock. You
found the charming lady, with her lovely children and friends, eager to
walk with you, and entertain you with their agreeable conversation; and
what has been your choice?

Why, to sit on the terrace, satisfy yourself with the fine prospect, and passing your eye over the beauties of the garden below, without taking one step to descend and walk about in them.
On the contrary, you call for tea and the chess-board; and lo! you are
occupied in your seat till nine o’clock, and that besides two hours‘
play after dinner; and then, instead of walking home, which would have
bestirred you a little, you step into your carriage.

How absurd to suppose that all this carelessness can be reconcilable with health,
without my interposition!

FRANKLIN. I am convinced now of the justness of Poor Richard’s remark,
that „Our debts and our sins are always greater than we think for.“

GOUT. So it is. You philosophers are sages in your maxims, and fools in
your conduct.

FRANKLIN. But do you charge among my crimes, that I return in a carriage
from M. Brillon’s?

GOUT. Certainly; for, having been seated all the while, you cannot
object the fatigue of the day, and cannot want therefore the relief of a
carriage.

FRANKLIN. What then would you have me do with my carriage?

GOUT. Burn it if you choose; you would at least get heat out of it once
in this way; or, if you dislike that proposal, here’s another for you;
observe the poor peasants, who work in the vineyards and grounds about
the villages of Passy, Auteuil, Chaillot, etc.; you may find every day
among these deserving creatures, four or five old men and women, bent
and perhaps crippled by weight of years, and too long and too great
labor.

After a most fatiguing day, these people have to trudge a mile or
two to their smoky huts. Order your coachman to set them down. This is
an act that will be good for your soul; and, at the same time, after
your visit to the Brillons, if you return on foot, that will be good for
your body.

FRANKLIN. Ah! how tiresome you are!

GOUT. Well, then, to my office; it should not be forgotten that I am
your physician. There.

FRANKLIN. Ohhh! what a devil of a physician!

GOUT. How ungrateful you are to say so! Is it not I who, in the
character of your physician, have saved you from the palsy, dropsy, and
apoplexy? one or other of which would have done for you long ago, but
for me.

FRANKLIN. I submit, and thank you for the past, but entreat the
discontinuance of your visits for the future; for, in my mind, one had
better die than be cured so dolefully.

Permit me just to hint, that I have also not been unfriendly to _you_. I never feed physician or quack of any kind, to enter the list against you; if then you do not leave me
to my repose, it may be said you are ungrateful too.

GOUT. I can scarcely acknowledge that as any objection. As to quacks, I
despise them; they may kill you indeed, but cannot injure me. And, as to
regular physicians, they are at last convinced that the gout, in such a
subject as you are, is no disease, but a remedy; and wherefore cure a
remedy?–but to our business,–there.

FRANKLIN. Oh! oh!–for Heaven’s sake leave me! and I promise faithfully
never more to play at chess, but to take exercise daily, and live
temperately.

GOUT. I know you too well. You promise fair; but, after a few months of
good health, you will return to your old habits; your fine promises will
be forgotten like the forms of the last year’s clouds. Let us then
finish the account, and I will go. But I leave you with an assurance of
visiting you again at a proper time and place; for my object is your
good, and you are sensible now that I am your _real friend_.


Fragen:

  • welchen Eindruck gewinnen wir von Franklin
  • stellt er die Fakten richtig dar
  • sind seine Schlussfolgerungen richtig
  • hat er einen gut lesbaren Schreibstil
  • was können wir daraus lernen

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Einteilung der Informationen in 2 Klassen

Bei der Beurteilung von Informationen sollte man die Informationen zuerst in 2 Klassen einteilen:
1.  von Menschen unabhängige Informationen oder zumindest nicht manipulierbare Informationen.

2.  Informationen, die von Menschen beeinflußt und manipuliert werden können.

Zu der 1. Klasse gehört zum Beispiel die Mathematik. Jeder Mathematiker kann selbst entscheiden, ob eine mathematische Behauptung und ihr Beweis richtig sind.

Und wie Einstein einmal über die Natur bemerkte „Gott würfelt nicht“, zeigt, daß er davon überzeugt war, dass Gott die Naturgesetze nicht manipuliert und die Naturwissenschaftler sie deshalb auch erforschen können und die Wahrheit über sie herausfinden können.


Anders ist das mit allen von Menschen beeinflußbaren Gebieten.  Informationen über Gesellschaft, Politik, Rechtssysteme usw. können und werden
von Menschen manipuliert.

Werbung ist auch Manipulation; wir haben uns zwar daran gewöhnt und ich bilde mir immer ein, dass ich immun dagegen bin. Aber auch ich bin schon häufiger darauf reingefallen. Jahrzehntelange glaubte  ich zum Beispiel, dass teflonbeschichtete Bratpfannen die besten seien. Aber ich ärgerte mich  immer darüber, dass sie eine recht kurze Lebensdauer haben und dass das Bratgut nicht richtig knusprig wird. Seit ich schmiedeeiserne Pfannen gekauft habe, habe ich alle teflonbeschichteten Pfannen in den Recylingmüll getan und werde nie wieder eine kaufen.


Ein anderer großer Reinfall war der Kauf des  iphones von Apple. Mich beeindruckte die Werbung, weil sie vermittelte, dass alle Möglichkeiten des iphones intuitiv zugänglich sind. Was mitnichten stimmt.
Immer noch die alte primitive Methode, sich durch viele Menüs durchzuarbeiten, anstatt eine graphische Methode anzuwenden, die die Bedienung sehr vereinfachen würde.

Können wir zum Beispiel politische Themen unabhängig und selbständig beurteilen ? Zum Beispiel die aktuelle Griechenlandkrise ?


Wir hören jetzt, dass die Politiker, als sie damals Griechenland in die Eurozone aufnahmen, wohl wußten, dass Griechenland die Aufnahmekrititerien nicht erfüllte.
Und wir erfahren jetzt, dass die Verträge zum  Euro so dilettantisch abgefaßt wurden, daß es praktisch unmöglich ist, ein Land aus der Eurozone wieder auszuschließen.


Obwohl bereits bei der Euroeinführung klar war, dass es große Probleme geben muß, wenn viele Länder mit völlig unterschiedlicher Wirtschaftskraft dieselbe Währung haben, wurde das unter den Tisch fallen gelassen. Selbst in Deutschland hätte diese Vorgehensweise nie funktioniert. Wir haben in Deutschland den Finanzausgleich; wirtschaftlich schwache Bundesländer erhalten Finanzhilfen. Bayern zwar vergißt jetzt gerne, dass es selbst viele Jahre lang Finanzhilfen erhielt.

Alle Informationen,  die wir erhalten,  sind ideologisch eingefärbt und wir können keiner vertrauen.  Wenn die Eurozone auf Dauer fortbestehen will und stärker werden will, muß wohl wie in Deutschland ein Finanzausgleich zwischen den EURO-Ländern eingeführt werden. Das funktioniert aber nur, wenn wir einen Europäischen Finanzminister erhalten, der dem Europaparlament Rechenschaft ablegen muss.

Der grundsätzliche Fehler bei der Einführung des Euro war, dass er zu früh eingeführt wurde.

Erst muss eine Europäische Regierung, zumindest eine Rumpfregierung  gebildet werden:

  • Außenpolitik und Verteidigungspolitk
  • Wirtschafts- und Finanzpolitik

müssen durch eine Europäische Regierung erfolgen, damit die EU mit einer Stimme spricht und alle EU-Länder sich gleichmäßig  entwickeln können.

Davon profitiert Europa insgesamt , weil die Kaufkraft und die Wirtschaftskraft insgesamt gestärkt werden. Allerdings müssen wir das Problem lösen, dass der Reichtum völlig ungerecht verteilt ist.

Wir müssen  Gesetze  einführen, die den maximalen Reichtum  einzelner Personen begrenzt und  das Gehalt von jedem Angestellten oder Beamten an das minmale Einkommen von den Personen koppelt, die in derselben Firma oder derselben Behörde beschäftigt sind.

Dann darf der Topmanger einer Firma zum Beispiel maximal  nur 100 mal soviel verdienen wie der Angestellte mit dem geringsten Lohn. Er wird sich dann nicht bemühen, immer nur sein eigenes Gehalt zu erhöhen, weil das erfolglos wäre,  sondern das Minimalgehalt der anderen Angestellten.

Wie können wir jetzt aber die Griechenlandkrise  bewältigen, obwohl  wir diese notwendigen Regierungsstrukturen noch nicht haben ?

  • Wir sollten  eine Arbeitsgruppe im Europäischen Parlament bilden, die diese Regierungsbefugnisse auf Zeit erhält und durch ihr hoffentlich erfolgreiches Handeln demonstrieren kann, wie wirkungsvoll eine Europäische Regierung handeln  könnte.
  • Damit könnte die zu stark idelogisch aufgeheizte  Debatte entschärft werden und wieder sachlich diskutiert werden, was die optimalen Lösungskonzepte sein könnten.

Und wir würden damit das Europaparlament stärken.

Und wir sollten nicht vergessen, uns entschieden gegen das Fracking und das Freihandelsabkommen mit den USA zu wehren.

  • Das Fracking zerstört unsere Umwelt, gefährdet das Grundwasser und zerstört die Existenzgrundlage der betroffenen Bauern. Es gibt ausreichend viele Beispiele dafür in den USA.
  • Das Freinhandelsabkommen treibt die meisten Europäer in die Armutsfalle und degradiert Europa  zum Erfülllungsgehilfen der USA.  Europäische Politiker werden nichts mehr zu sagen haben, sondern die organisierten Rechtsanwälte, die unsere Rechtssysteme für ihre kriminellen Aktivitäten missbrauchen.  Auch dafür gibt es viele negative Beispiele in den USA,  aber auch bereits bei uns.

Es werden Milliarden Euro eingesetzt werden, um alle Europäischen Politiker zu bestechen und die öffentlichen Medien zu beeinflussen, so dass die Europäischen Bürger nicht verstehen werden, in welche Falle sie gelockt werden sollen.

  • Namentliche Abstimmung in den Parlamenten und Volksabstimmungen sind deshalb absolut notwendig.
  • Geheimverhandlungen sind die falsche Methode, um die Mehrheit der Bürger zu überzeugen, auch wenn wieder viele Bürger in Europa zu faul sind zur Wahl zu gehen und damit indirekt die extremen Parteien wählen, die dafür sorgen werden, dass diese faulen Bürger nicht mehr zur Wahl gehen dürfen, sobald sie an der Macht sind.
    • Viele unserer Vorfahren haben für die Freiheit gekämpft und viele dabei auch ihr Leben verloren.
    • Wir sollten uns deshalb schämen, wenn wir noch nicht einmal zur Wahl gehen.
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